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Handball: Katrin Schneider verlässt zum Saisonende die DJK/MJC Trier - Wechsel in die 3. Liga

Katrin Schneider. TV-Foto: Archiv/Hans Krämer
Katrin Schneider. TV-Foto: Archiv/Hans Krämer
Trier. Schock für die Trierer Miezen: Die erfolgreichste Torschützin Katrin Schneider verlässt die MJC nach dieser Saison und wechselt in die 3. Liga. Ausschlaggebend waren für sie die Nähe zu ihrer Heimat und die beruflichen Perspektiven. Björn Pazen

357 Tore in 48 Spielen sagen alles. Katrin Schneider ist die "Lebensversicherung" der Miezen, seitdem sie im Sommer 2013 an die Mosel zurückgekehrt ist. Im Vorjahr wurde die 25-Jährige mit 239 Treffern Bundesliga-Torschützenkönigin, derzeit stehen 118 Treffer zu Buche - nimmt man alle Partien zusammen, ergibt sich ein Schnitt von 7,4 Toren pro Spiel.

Seit Dienstagabend steht fest, dass die MJC Ersatz für Schneider finden muss. Im Training informierten Schneider und Vorstand die Mannschaft, dass die Rückraumspielerin nach dieser Saison zum Drittligisten TSG Ketsch wechselt. "Viele werden meinen Schritt nicht verstehen können", sagte die Arena-Angestellte dem TV, "und ich musste auch lange überlegen."

Vor allem berufliche Gründe, aber auch die Nähe zu ihrer Familie haben für die gebürtige Ludwigshafenerin die Entscheidung beeinflusst. "Ich hatte seit Dezember auch einige Angebote aus der ersten Liga, aber bei allen hatte ich nicht so ein gutes Gefühl. Deswegen habe ich in Ketsch zugesagt." Ihre angeschlagene Schulter, die in Liga 3 weniger belastet wird, habe aber keinen Einfluss auf ihre Entscheidung gehabt, sagt Schneider.

Mit 16 Jahren war sie ins Miezen-Internat eingezogen, schaffte aus der Jugend den Sprung in die Bundesliga, wechselte 2011 nach Bietigheim, wo sie in die Bundesliga aufstieg. 2013 kehrte sie an die Mosel zurück, wo sie einen "unglaublichen Sprung machte", wie Vorstand Jürgen Brech sagt. "Der Wechsel nach Trier war die absolut richtige Entscheidung", gibt auch Schneider zu, die zur TV-Sportlerin 2013 gewählt worden war und bei der 2014er Wahl Zweite wurde.

Die Option, bei den Miezen zu bleiben, habe es für sie auch gegeben, aber: "Ich wollte mal wieder etwas Neues machen, und meine Oma freut sich, dass ich jetzt auch mal wieder bei den Familienfeiern dabei sein werde." Schneider betont aber auch, dass sie sich auf keinen Fall "im Streit von der MJC verabschiedet, aber die letzten zwei Jahre haben mir schon einiges abverlangt, und ich habe auch einige graue Haare bekommen". In den verbleibenden zehn Bundesligaspielen wird sie "alles geben", um den Klassenerhalt zu schaffen, dann will sie mittelfristig Ketsch zum Aufstieg in Liga 2 verhelfen.

"Wir danken Katrin von ganzem Herzen für ihre Hilfe in bewegten Zeiten", sagt Brech: "Wir freuen uns sicher nicht über ihre Entscheidung, aber wir respektieren diese absolut." Kurzfristig aus familiären Gründen hat die Schwedin Sanne Backhed die Miezen nach nur wenigen Monaten verlassen, sie ist bereits in ihre Heimat zurückgekehrt.