Handball: Miezen halten gegen Meister lange mit

Trier · Das Endergebnis von 21:30 ist standesgemäß, aber die Trierer Handball-Miezen überraschten am Samstagabend im ersten Heimspiel gegen den Deutschen Meister THC Erfurt lange Zeit positiv.

Die Trierer Miezen haben ihr erstes Heimspiel der neuen Frauen-Handball-Bundesliga-Saison gegen den deutschen Meister und Pokalsieger Thüringer HC wie erwartet klar mit 21:30 (16:14) verloren. Dieses Endresultat spiegelt aber nicht den Spielverlauf wider, denn die DJK/MJC Trier war dem Champions-League-Teilnehmer bis zur 40. Minute ebenbürtig. "Wir sind sehr vernünftig aufgetreten, wir haben gesehen, welches Potenzial junge Spielerinnen wie Natalie Adeberg oder Katrin Premm haben", lobte MJC-Trainer Thomas happe dennoch.
Ohne die verletzte neue Serbin Katarina Vojcic sahen die Chancen der Miezen vor dem Anpfiff noch schlechter aus, aber da der Meister in der ersten Hälfte alles andere als meisterlich spielte und Trier vor allem in der Deckung eine bärenstarke Leistung bot, führten die Gastgeberinnen nach 30 Minuten überraschend 16:14, zwischenzeitlich hatte es sogar 11:6 für die Miezen gestanden, bei denen Torfrau Sladjana Djeric eine überragende Partie ablieferte. "Wir waren in der Deckung überhaupt nicht vorhanden", monierte THC-Trainer Herbert Müller.
Doch mit Beginn der zweiten Hälfte stellte Erfurt seine Abwehr um - und die Miezen kamen mit dieser viel aggressiveren und offensiveren Deckung überhaupt nicht parat. Erfurt zwang die MJC zu Fehlern, glich in der 35. Minute beim 17:17 erstmals aus und übernahm vier Minuten später beim 18:17 erstmals die Führung. In der gesamten zweiten Halbzeit erzielte die MJC nur noch fünf Tore, aber erst in der absoluten Schlussphase konnte sich Meister Erfurt deutlicher absetzen. "Uns haben die Alternativen gefehlt, und wir haben keine Mittel mehr gefunden", sagte Happe: "Aber auf die erste Halbzeit können wir aufbauen."
Erfolgreichste MJC-Torschützin vor rund 600 Zuschauern war Neuzugang Lucyana Wilamowska mit zehn Toren, für Erfurt war Katrin Engel (8n Tore) am treffsichersten. Nun warten fünf Auswärtsspiele in Serie auf die Miezen, erst am 16. November steht das nächste Heimspiel gegen Leipzig an. BP