Handball-Miezen senden mit Zittersieg ein Lebenszeichen

Erster Erfolg seit elf Spielen : Handball-Miezen senden mit Zittersieg ein Lebenszeichen

Es ist vollbracht: Zum ersten Mal seit dem 5. Januar haben die Trierer Handball-Miezen wieder gewonnen. Am Samstagabend hieß es in der Arena Trier 28:27 gegen den HC Rödertal

Die Spielerinnen hüpften über Feld, Trainerin Elena Vereschako hatte Tränen in den Augen, die 220 Fans feierten die Mannschaft: Die Trierer Miezen haben im Abstiegskampf der 2. Frauenhandball-Bundesliga am Samstagabend ein Lebenszeichen gesetzt. Mit dem 28:27 (13:10) über den HC Rödertal feierte die MJC den ersten Sieg seit zehn Niederlagen und 1:21 Punkten in Folge.

„Das war ein richtig geiles Spiel“, meinte Kreisläuferin Andrea Czanik. „Endlich hat sich die Mannschaft wieder einmal belohnt, wir haben bis zum Schluss gekämpft“, ergänzte Vereschako: „Es sind noch fünf Spiele, da ist noch alles drin.“

Die Miezen lagen gegen den Bundesliga-Absteiger 60 Minuten lang in Führung, mussten aber bis zum Abpfiff zittern, weil die Sachsen am Ende noch einmal bedrohlich nahekamen. Erst als die starke Torfrau Melanie Eckel den finalen Wurf von Rödertals bester Werferin Jessica Jander (sieben Treffer) sechs Sekunden vor dem Ende abgewehrt hatte, stand der vierte Saisonsieg fest, mit dem die Triererinnen erstmals seit acht Wochen den letzten Platz verließen.

Stand heute muss die MJC Drittletzter werden, um die Klasse zu halten – möglicherweise reicht aber auch der vorletzte Platz, wenn aus der 3. Liga nur zwei Teams aufsteigen wollen.

Gegen Rödertal stand die MJC-Defensive sehr gut, dahinter wehrte Eckelt elf Würfe ab. Im Angriff setzten Linsey Houben (sechs Treffer trotz Platzwunde am Auge) sowie Dovile Ilciukaite und Maja Zrnec die Akzente, viele gute Aktionen hatte auch Hannah Sattler. Dieses Quartett steuerte 21 der 28 Trierer Treffer bei.

Beim 10:5 (21. Minute) hatte die MJC ein erstes Zeichen gesetzt, zur Halbzeit hätte der Vorsprung deutlicher als 13:10 sein können, weil einige gute Chancen vergeben wurden.Rödertal kam wie verwandelt aus der Kabine, vor allem viel aggressiver in der Abwehr. Beim 14:13 drohte die Partie erstmals zu kippen, danach setzte sich Trier aber wieder auf 21:17 (43.) ab.

Weil aber Angela Petrovska fehlte, Dora Simon-Varga angeschlagen war und Vesna Tolic nur bei einem Siebenmeter zum Einsatz kam (Vereschako: „Aus taktischen Gründen“), ging den verbliebenen sieben Miezen-Feldspielerinnen so langsam die Luft aus. 90 Sekunden vor dem Ende war der Vorsprung aufgebraucht. Rödertal hatte zum 27:27 ausgeglichen. Als Ilciukaite zum 28:27 traf, musste die MJC noch über eine Minute zittern, ehe der unbeschreibliche Jubel ausbrach.

„Wir werden bis zum Schluss alles geben, ob es zum Klassenerhalt reicht, müssen wir dann sehen“, sagte Miezen-Vorstand Jürgen Brech: „Aber dieser absolut verdiente Sieg sollte uns Auftrieb geben für die restlichen Saisonspiele.“ Am nächsten Samstag steht gegen Kirchhof bereits das nächste Heimspiel auf dem Programm.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska (bei einem Siebenmeter) – Sattler (4), Ilciukaite (5), Houben (6/1), Czanik (3), Tolic (1/1), Szabo (4), Zrnec (5) – Beste Werferin Rödertal: Jander (7/3)

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