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Handball
Handball: Miezen taumeln nach 24:30 weiter nach unten

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Hannover. Die Trierer Handball-Miezen haben erneut verloren: Am Sonntag gab es ein 24:30 in Hannover, nun liegen sie nur noch drei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Von Björn Pazen

Wenn es dieses Fantasie-Geschöpf wirklich geben würde, die Trierer Handball-Miezen würden das Abstiegsgespenst nun deutlich vor Augen sehen. Innerhalb von acht Tagen unterlag der Frauen-Handball-Zweitligist auch gegen den zweiten Abstiegskandidaten und liegt nun selbst nur noch drei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Obwohl Torfrau Melanie Eckelt nach ihrer Rückenverletzung wieder an Bord war, verlor die MJC am Sonntagabend mit 24:30 (14:15) bei der HSG Hannover-Badenstedt - ein weiterer Rückschlag nach der 22:27-Heimniederlage gegen Nürtingen vor Wochenfrist.

„Hier dürfen wir auf keinen Fall verlieren“, hatte MJC-Vorstand Jürgen Brech noch zur Pause gesagt. Am Ende stand aber eine viel zu schwache Wurfausbeute einem Sieg im Weg. Dabei hatten die Miezen am Anfang alles richtig gemacht. Die Abwehr stand in den ersten zwölf Minuten super, im Angriff ging fast alles. Lohn war eine 8:2-Führung. Warum dann aber Trainer Andy Palm beim 8:3 eine Auszeit nahm, bleibt sein Geheimnis. Denn danach drehte sich die Partie. Die Miezen leisteten sich eine viel zu hohe Anzahl von Fehlwürfen. Innerhalb von elf Minuten machte Badenstedt so aus einem 2:8 ein 10:10 - der Vorsprung war weg, und mit ihm auch die Sicherheit und Leichtigkeit bei der MJC. Vor allem die Rumänin Gabriella Szabo hatte anscheinend ihr Zielwasser zu Hause vergessen und vergab zahlreiche beste Chancen.

Bis zur 39. Minute war dennoch weiterhin alles drin - da lagen die Triererinnen 18:17 vorne - es war allerdings auch ihre letzte Führung. Badenstedt nutzte danach eine Überzahlsituation zu drei Treffern in Folge - und hatte dann die Partie im Griff. Beim 26:21 zehn Minuten vor dem Ende war die Messe gelesen. Und in der 45. Minute folgte ein weiterer Schock, denn Aaricia Smits musste verletzt vom Feld und wurde sicherheitshalber zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. „Da hatte sich Hannover aber schon in einen Rausch gespielt, und bei uns lief gar nichts mehr“, sagte Brech: „Das Spiel haben wir vor der Pause verloren, als wir uns noch weiter hätten absetzen müssen.“

Nach dem 8:2 gelangen den Miezen nur 16 Tore in 48 Minuten - also alle drei Minuten ein Tor. Zu wenig, um selbst bei einem Abstiegskandidaten bestehen zu können. Während Hannover den Sieg stürmisch feierte und nun einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz liegt, taumeln die Miezen nach der zehnten Saison-Niederlage weiter nach unten.  Am Samstag geht es zum Tabellenzweiten Ketsch - und auch wenn deren Trainerin Kate Schneider jahrelang für die Miezen spielte, wird sie die Punkte wohl kaum verschenken.

DJK/MJC Trier:Minami, Eckelt - Petrovska (0), Sattler (3), Houben (4), Czanik (4), Tolic (2), Smits (1), Müller (3), Szabo (4), Zrnec (2), Constantinescu (1) - Beste Werferinnen Hannover-Badenstedt:Düvel, Pollmer (beide 6)