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Handball: Miezen zu schwach für eine Sensation

Handball: Miezen zu schwach für eine Sensation

Obwohl der Gegner HC Leipzig personell aus dem letzten Loch pfiff, konnten die Trierer Handball-Miezen die Gunst der Stunde nicht nutzen. Der Tabellenzweite setzte sich am Samstagabend vor rund 900 Zuschauern in der Arena locker mit 22:28 (13:9) gegen den Vorletzten durch. Im Vergleich zu den beiden vorherigen Siegen waren die Miezen nicht wieder zu erkennen.

Nie wäre es für die Trierer Handball-Miezen von der Papierform einfacher gewesen, den übermächtigen HC Leipzig zu schlagen, aber die Trierer Handballerinnen schafften die Sensation nicht. Sieben Leipziger Stammspielerinnen waren für die Partie am Samstagabend in der Arena ausgefallen, kurzfristig fehlten auch noch Kapitänin Karolina Kudlacz (verletzt) und WM-Torschützenkönigin Susann Müller (erkrankt). Aber die, die der HCL neben seinen Nachwuchsspielerinnen aufbieten konnte, hatten die individuelle Klasse, um die Miezen locker in Schach zu halten und den dritten Trierer Sieg in Folge zu verhindern.

In der ersten Hälfte schaffte es die MJC nie, die beiden überragenden HCL-Rückraumwerferinnen Saskia Lang und Anne Hubinger (zusammen neun der 13 Tore vor dem Wechsel, insgesamt zusammen 16 Treffer) in den Griff zu bekommen. Zudem waren die Miezen im Angriff zu schwach, um die starke Leipziger Abwehr unter Druck zu setzen. Toptorschützin Katrin Schneider erzielte vor der Pause kein einziges Feldtor, insgesamt erzielte Trier nur sechs Tore aus dem Feld heraus. Zudem gewann der HCL das Duell der Torhüterinnen klar - während Daniela Vogt kaum einen Ball zu fassen bekam, wehrte Melanie Herrmann zehn Würfe ab.

Dank dieses Trios setzte sich Leipzig trotz nur drei Auswechselspielerinnen auf der Bank auf 7:3 ab, auch ein Trierer Zwischenspurt zum 7:9 verpuffte. Zur Pause lag die MJC mit 9:13 hinten - und brauchte nach dem Seitenwechsel sieben Minuten, um das erste Tor zu erzielen - doch das war der HCL schon auf 16:9 weggezogen.

Selbst zwei Torwartwechsel (Kockler für Vogt, Flöck für Kockler) brachten keine Besserung, bis Mitte der zweiten Hälfte hielt der HCL den Sieben-Tore-Vorsprung - weiter vorrangig wegen der starken Defensive. Den Miezen fehlten das Feuer und die Leidenschaft, aber auch eine Anführerin - genau das, was sie bei den beiden Siegen gegen Koblenz/Weibern und Bensheim ausgezeichnet hatte. Aus dem Rückraum kam zu wenig, die Torfrauen hatten einen rabenschwarzen Tag.

Und als sich bei Trier ein Fehlpass an den nächsten reihte und bei den Würfen die Präzision noch weiter nachließ, und Hubinger mit ihrem achten Treffer zum 24:15 erzielte, war endgültig klar, dass der Leipziger Kindergarten die Punkte mit nach Hause nehmen würde. Schade für die MJC, die in den Schlussminuten das Ergebnis noch etwas "aufhübschen" konnte - mit einer Leistung wie vor Wochenfrist gegen Weibern wäre ein Erfolg machbar gewesen. Nun warten erst einmal vier Auswärtsspiele auf die MJC, die in der Fremde bislang erst zwei Punkte in Bensheim errungen hat. Das nächste Heimspiel ist am 9. Februar gegen Oldenburg.Trainerstimmen:

Thomas Szwed Örneborg, Trainer Leipzig: "Ich bin eigentlich zufrieden. Wir hatten viele verletzte Spielerinnen, die hoffentlich bald wieder dabei sind. Die Jungen haben gute Leistungen gebracht, damit bin ich sehr zufrieden."

Jana Arnosova, Co-Trainerin Trier: "Wir haben nicht alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, aber in der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Wer heute geglaubt hat, dass wir punkten können, war sehr optimistisch, obwohl wir uns bei den vielen Verletzten auch mehr erhofft hatten."Statistik

DJK/MJC Trier - HC Leipzig 22:28 (9:13)

DJK/MJC Trier: Vogt, Flöck, Kockler - Pötters (n.e.), Irsch (n.e.), Sattler (n.e.), Garcia-Almendaris (3), Mohr (0), Schneider (6/3), Czanik (3), Vallet (2), Adeberg (2), Pilmayer (4), Kordel (n.e.), Derbach (1), Kroyer (1)
HC Leipzig: Herrmann, Roth - Visser (1/1), Mazzucco (1), Bont (4), Hubinger (8/1), Lang (8/1), Szwed Örneborg (0), Urbicht (4), Rösike (1), Lederer (1)

Zuschauer: 905 - Schiedsrichter: Lier/Lier

Siebenmeter: Trier: 4/3, Leipzig: 4/2

Strafzeiten: Trier: Adeberg, Derbach - Leipzig: Bont, Szwed Örneborg