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Handball-Pokal-Aus: Thüringer spielen Katz' und Maus mit den Miezen

Handball-Pokal-Aus: Thüringer spielen Katz' und Maus mit den Miezen

Keine Chance vor Minuskulisse: Gerade einmal rund 200 Zuschauer waren am Mittwochabend Zeuge der 21:40 (12:23)-Niederlage der Trierer Miezen im DHB-Pokal-Achtelfinale gegen den Thüringer HC.


Die einen waren froh, als die 60-minütige Lehrstunde endlich vorbei war, für die anderen war es eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen, mit der kleinen, aber feinen Ergänzung, dass sie dafür 800 Kilometer auf deutschen Autobahnen hinter sich bringen mussten. Vor weniger als 200 Zuschauern - der Rest hatte wohl geahnt, was den Miezen blüht - wurde mit den Miezen zum zweiten Mal binnen einer Woche beim 21:40 (12:23) im Pokal-Achtelfinale Katz‘ und Maus gespielt. Meister und Pokalsieger Thüringer HC spielte vom Anwurf an in einer anderen Liga. Was bei der Mannschaft von Herbert Müller auf der Bank saß, wäre bei den Miezen ganz klar die erste Sieben gewesen.

Eine Woche nach der 17:36-Niederlage in der Meisterschaft gegen den gleichen Gegner ging es für die MJC gestern Abend im Pokal-Achtelfinale nur noch darum, die Niederlage weniger deutlich zu gestalten - aber auch das gelang nicht.

Schon nach sieben Minuten, beim 3:7, nahm Miezen-Trainerin Cristina Cabeza ihre erste Auszeit, versuchte so, ihre Mannschaft wachzurütteln, den Thüringer Express zu stoppen - ohne Erfolg. Der THC setzte sich locker auf 17:10 ab - und als Nadja Nadgornaja (eine von vier Ex-Miezen im Kader der Gäste) zum 22:12 traf, betrug der Abstand schon nach 28 Minuten zehn Tore.

Der THC wechselte munter durch, konnte auf eine andere frühere Triererin im Tor, Maike März (insgesamt elf Paraden), bauen, stand in der Abwehr sicher -und war im Angriff nicht aufzuhalten. Die MJC gab sich früh auf, und auch Cabeza verordnete ihrer Toptorschützin Katrin Schneider schon früh Schonung, dafür bekam die Dänin Maria Kroyer mehr Spielanteile und nutzte diese zu fünf Toren. Denn am Samstag gilt es, wenn die Miezen zum Vorrundenabschluss darauf hoffen, ihr mageres Punktepolster von zwei Zählern in Metzingen aufzustocken.

Das Thema Pokal war für Trier spätestens zur Halbzeit (12:23) abgehakt. Dass der THC ins Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen im Januar einziehen würde, stand da schon lange fest. Nach der Pause versuchte Trier mit aller Macht, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, schläferte den THC zumindest teilweise so ein, dass sich ungewohnte Fehler einschlichen. Beim 15:30 betrug der Abstand erstmals 15 Tore, der Endstand war dann auch der größte Rückstand der MJC.

So konnte Anja Althaus ohne sich groß anzustrengen einen weiteren Haken hinter eine erfolgreiche Dienstreise in die alte Heimat machen, drei Wochen, nachdem sie mit dem Nationalteam in der Arena gegen Russland gewonnen hatte.Extra: Stimmen zum Spiel


Jana Arnosova, MJC-Co-Trainerin: Wir müssen dieses Spiel schnell abhaken und nach vorne blicken. Für uns sind die kommenden drei Spiele in der Liga entscheidend. Allerdings ärgert mich, dass wir dieselben Fehler wie vor einer Woche gemacht haben.

Herbert Müller: Wir haben unser Ziel erreicht, stehen im Viertelfinale. Wir waren von Anfang an konzentriert, haben und schnell und locker deutlich abgesetzt. Alle Spielerinnen konnten spielen, jetzt hoffen wir am Wochenende darauf, dass wir in der Champions League in die Hauptrunde einziehen.Statistik

DJK/MJC Trier: Flöck, Kockler, Vogt - Pötters (0), Irsch (2), Sattler (0), Mohr (1), Schneider (1), Czanik (3), Vallet (2), Adeberg (5/2), Pilmayer (1), Kordel (0), Derbach (1), Kroyer (5) Thüringer HC: März, Krause, Eckerle - Nadgornaja (3), Frey (7/2), Gros (0), Smeets (7), Snelder (6), Luzumova (1), Engel (1), Althaus (2), Mietzner (3), Jakubisova (4), Wohlbold (4), Barbosa (2)

Zuschauer: 200, Schiedsrichterinnen: Burger/Ganter

Zeitstrafen: Trier: 0; THC: 0

Siebenmeter: Trier: 2/2; THC: 4/2