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Handball: Trierer Miezen nach Niederlage gegen Thüringer HC wieder auf Abstiegsplatz

Handball: Trierer Miezen nach Niederlage gegen Thüringer HC wieder auf Abstiegsplatz

Wie gewonnen, so zerronnen: Nur eine Woche durften sich die Trierer Handball-Miezen in der Frauen-Bundesliga auf einem Nicht-Abstiegsplatz sonnen.

Dass sie das Spiel gegen den übermächtigen, aber nicht überragenden Meister Thüringer HC am Samstagabend in eigener Halle mit 22:32 (10:16) verlieren würden, war klar. Dass aber das bisherige Schlusslicht SVG Celle nach 13 Niederlagen in Serie zeitgleich wieder gewinnen würde, hatte niemand auf dem Plan. Durch das hauchdünne 26:24 gegen Bad Wildungen sprang Celle mit jetzt zehn Punkten wieder auf den drittletzten Platz, punktgleich mit Trier und Göppingen, aber dem besseren Torverhältnis.

Um ein Haar hätte auch noch Göppingen gegen Oldenburg gewonnen. Lange führten die Schwaben, am Ende hieß es 24:25. Trier ist jetzt wieder Vorletzter, einen Zähler vor dem neuen Schlusslicht aus Koblenz/Weibern - drei Spieltage vor dem Saisonende belegen also beide Rheinland-Vereine die Abstiegsplätze.

Der Blick auf den Internet-Liveticker aus den übrigen Hallen war am Samstagabend im Übrigen deutlich spannender als der Blick aufs Feld, auf das fade und ereignisarme Spiel in der Arena.

"Wir können und dürfen uns nicht auf andere verlassen, sondern müssen selbst punkten", sagte Mieze Katrin Schneider: "Wir haben drei Spiele in einer Woche, da muss man auf die Kräfte schauen."

Der ungleiche Vergleich gegen den Vierfachmeister war von Beginn an eine äußerst zähe Angelegenheit. Der Thüringer HC machte nicht mehr, als er musste, um klar vorne zu liegen und die Miezen nahmen extrem das Tempo aus dem Spiel - es war also wahrlich kein Leckerbissen. Beiden Mannschaften merkte man an, dass das jeweils übernächste Spiel am kommenden Samstag das wichtigere ist: Trier spielt dann in Bad Wildungen um Punkte gegen den Abstieg, der THC bei Tabellenführer Buxtehude um die Meisterschaft. "Wir haben nur noch Endspiele", sagte THC-Trainer Herbert Müller, der zugab: "Wir können besser spielen, aber die zwei Punkte nehmen wir gerne mit. Man darf auch in Koblenz oder Trier nicht stolpern."

Die Miezen, für die Celine Michielsen wegen ihres Daumenbruchs bis Saisonende nicht mehr auflaufen kann, hatten anfangs ihr Zielwasser nicht getrunken. Die Würfe waren zu schwach und wurden leichte Beute für THC-Torfrau Jana Krause, zudem spielten die Gastgeberinnen mit wenigen Ideen gegen die Thüringer Deckung. Von Glück konnte man sagen, dass sich Judith Derbach zu "Miss Abpraller" entwickelte und vor der Pause alle ihre vier Treffer erzielte, meist dank Bällen, die irgendwie vom Tor zurückkamen.

Sukzessive bauten die Thüringer den Vorsprung von 3:1 auf 11:6 aus (der bereits sechste Treffer von Kathrin Engel). Zur Pause stand ein 16:10 auf der Anzeigentafel - immer dann, wenn Trier etwas herangekommen war, zog der Tabellenzweite kurzfristig das Tempo an.

Nach der Pause wechselten beide Mannschaften munter durch - und so durfte Triers Abwehrspezialistin Linsey Houben auch ihre Angriffsqualitäten als beste Torschützin mit sieben Treffern unter Beweis stellen. Ansonsten plätscherte das Spiel vor sich hin - die Miezen konnten den Abstand bis zur 45. Minute und dem 16:26 im einstelligen Bereich halten - so blieb es auch bis zum Ende. Erwähnenswert auf Trierer Seite noch die Leistungen der Torfrauen Verena Flöck und Jessica Kockler, die zusammen 15 Würfe parierten, darunter drei Siebenmeter.

Am Mittwoch kommt dann Tabellenführer Buxtehude an die Mosel, der sich am Samstag gegen den neuen Tabellenletzten Koblenz/Weibern (32:28) ebenfalls nicht verausgabte. Für beide Rheinlandvertreter brennt die Abstiegslampe also weiterhin tiefrot.

Statistik:
DJK/MJC Trier - Thüringer HC 22:32 (10:16)
DJK/MJC Trier: Flöck, Kockler -Sattler (0), Schneider (4/1), Houben (7), Czanik (3), Vallet (1), Kordel (0), Derbach (4), Struijs (2), Solic (0), Garcia-Almendaris (1)
Thüringer HC: Krause, Eckerle - Nadgornaja (3/1), Mietzner (1), Smeets (2), Snelder (1), Luzumova (5), Engel (9/1), Blase (2), Snopova (1), Jakubisova (4), Huber (4/2), Wohlbold (0)
Schiedsrichter: Thiyagarajah/ Thiyagarajah - Zuschauer: 850
Zeitstrafen: Trier: Czanik- THC: Luzumova
Siebenmeter: Trier 2/1 (Schneider verwirft) - THC: 7/4 (Engel scheeitert an Flöck, Luzumova und Huber scheitern an KocklerBeste Spielerinnen: Houben/Engel