Handball: Trierer Miezen stehen urplötzlich kurz vor dem Klassenerhalt

Handball: Trierer Miezen stehen urplötzlich kurz vor dem Klassenerhalt

Nur ein sportlicher Absteiger aus der 2. Liga nach Rückzügen von Koblenz/Weibern und Berlin Hammer am späten Donnerstagabend und kein Aprilscherz: Wie der Ligaverband HBF zum Lizenz-Stichtag 1. April mitteilt, wird es nur einen sportlichen Absteiger aus der 2. Frauen-Handball-Bundesliga geben. Somit haben die Miezen, die am Samstag in Zwickau antreten, plötzlich wieder beste Chancen auf den Klassenerhalt.

Beim Erstligisten Berlin gehen die Lichter aus, und das könnte die Miezen vor dem Absturz in die 3. Liga bewahren: Nachdem Triers Zweitliga-Konkurrent Vulkanladies Koblenz/Weibern bereits vergangene Woche ankündigte, keine Lizenz mehr für die 2. Liga zu beantragen, gab es nun im Oberhaus einen Paukenschlag: Erstligist Füchse Berlin hat aus finanziellen Gründen weder für die 1. noch die 2. Liga gemeldet und steht somit als Absteiger in die 3. Liga fest. Zudem hat der aktuelle Tabellenletzte der 2. Liga, Mainz-Bretzenheim, keine Lizenz für die 2. Liga beantragt. Heißt: Statt vier Absteigern trifft es sportlich nur eine Mannschaft. Die Miezen sind aufgrund der völlig unerwarteten Entscheidung aus Berlin somit als Drittletzter nun quasi auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz, zwei Punkte vor der SG Kirchhof, die momentan als Vorletzter einziger sportlicher Absteiger wäre.

"Diese Situation kam auch für uns völlig überraschend, aber es immer noch unser großes Ziel, den Klassenerhalt auch sportlich zu schaffen und noch weiter vorzurücken", sagte Miezen-Vorstand Jürgen Brech vor dem Auswärtsspiel in Zwickau am Samstag (Anwurf 17 Uhr) dem TV. "Nach unseren drei Siegen in Folge und dem neuen Rückenwind gehen wir auch in Zwickau mit großem Selbstvertrauen an den Start." Die Sachsen stehen mit 20:26 als Zehnter im Niemandsland der Liga - Trier, das zuletzt gegen Koblenz, Mainz-Budenheim und Rödertal gewann, braucht die Punkte also deutlich nötiger, auch wenn sie im letzten Saisonspiel am Pfingstsamstag noch Kirchhof zu Gast haben.

In Zwickau werden Hanna Sattler nach ihrer Knieverletzung aus dem Spiel gegen Rödertal sowie Joline Müller (Ermüdungsbruch im Fuß) fehlen. Im Hinspiel hatten die Miezen hauchdünn mit 28:29 den Kürzeren gezogen.
Und weil nun jeder Punkt im Vergleich zum wohl einzigen Konkurrenten Kirchhof zählt, sind die Miezen wenig erfreut über eine Verlegung ihres übernächsten Heimspiels gegen Union Halle-Neustadt am Samstag, 23. April. Die Partie war für 19.30 Uhr angesetzt, muss nun aber auf 15 Uhr vorgezogen werden, weil die Basketballer am Abend ihr Playoffspiel gegen Kirchheim bestreiten. "Es ist nicht nur, dass zu dieser Uhrzeit viel weniger Zuschauer kommen, was Einnahmenverluste bedeutet. Einige unserer Spielerinnen arbeiten samstags bis 13 Uhr - und können sich somit nicht optimal auf dieses äußerst wichtige Spiel vorbereiten", sagt Brech. Aber vielleicht ist bis dahin ja bereits eine Vorentscheidung im Abstiegskampf gefallen ist. BP

DJK/MJC Trier (Kader): Kockler, Eckelt - Vallet, Derbach, Mohr, Jurgutyte, Knoroz, Thomas, Czanik, Weibelova, Houben, Welter