Handball-WM: Ex-Triererin rettet deutsches Team

Handball-WM: Ex-Triererin rettet deutsches Team

Bundestrainer Heine Jensen hat verständnislos immer wieder seinen hochroten Kopf geschüttelt, marschierte sinnierend über das Parkett und staunte lange über das fast schon unverschämte Glück: Mit dem letzten Wurf zur ersten Führung rettete Ex-Mieze Nadja Nadgornaja die deutschen Handball-Frauen am Dienstagabend (Ortszeit) in Santos vor einer mächtigen Blamage bei der WM. 31 Sekunden vor Schluss traf die erst 23 Jahre alte Rückraumspielerin, die bis 2010 für die Trierer Miezen aktiv war, zum nicht mehr erwarteten 23:22 (7:12)-Erfolg über Außenseiter China, der zeitweilig bereits auf sechs Tore enteilt war.

"So eine Leistung, das geht gar nicht. Es ist unglaublich, dass wir es schaffen, so ein Spiel noch zu drehen. Wir haben gewonnen, das ist das einzig Positive", sagte der Däne mit ungewohnt kratziger Stimme nach der Nervenschlacht.

Nadja Nadgornaja war die späte Heldin einer deutschen Mannschaft, bei der sich eine Unzulänglichkeit an die andere reihte. Die Rückraumspielerin vom deutschen Meister Thüringer HC warf nach dem 20:20 die letzten drei Tore für den EM-13. und sicherte den auf dem Weg zum angestrebten Achtelfinale so immens wichtigen Erfolg. "Ich habe nicht viel nachgedacht. Ich weiß, dass, wenn ich drin bin, Heine erwartet, dass ich zum Tor gehe und Torgefahr ausstrahle", gestand die gebürtige Ukrainerin.
dpa/red

Das vierte WM-Spiel der Deutschen gestern Abend gegen Island war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet.

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