Happe tritt ab, Meistermacher soll es richten

Happe tritt ab, Meistermacher soll es richten

Wie erwartet hat Thomas Happe als Miezen-Trainer fristlos gekündigt. Noch am Mittwoch konnte die MJC einen Nachfolger präsentieren: Dago Leukefeld, Triers Meistermacher von 2003, betreut die Mannschaft am Freitag beim Abstiegsgipfel gegen Celle.

Trier. Binnen 24 Stunden hat sich bei den Miezen einiges geändert - hier die Chronologie:
Happes Rücktritt:



Noch am Dienstagabend hatte Thomas Happe gegenüber dem TV von "Konsequenzen" gesprochen, nur kurze Zeit später machte der 53-jährige frühere Nationalspieler Nägel mit Köpfen: In einer Sitzung, an der auch MJC-Vorstand Jürgen Brech teilnahm, teilte er der Mannschaft seine Entscheidung mit: fristlose Kündigung wegen nicht gezahlter Gehälter seit September.
Zuvor hatte Brech noch versucht, den Trainer umzustimmen - mit Verweis auf eine bereits getätigte Abschlagszahlung. Doch Happe blieb bei seiner Haltung, bereits am 23. Dezember hatte er dem Verein per Anwalt seine fristlose Kündigung zugestellt. "Jetzt ist Schluss, ich wurde so lange hingehalten, zahlreiche Zahlungsfristen wurden nicht eingehalten, es reicht jetzt. Gut, dass das Kasperletheater endlich vorbei ist", sagte Happe dem TV.
Bereits am Mittwochmorgen war der Ruhrpottler als einer der ersten "Kunden" bei der Agentur für Arbeit, war verpflichtet, sich arbeitssuchend zu melden. Wie es beruflich für ihn weitergeht, steht in den Sternen. Im Nachhinein meint er: "Es scheint bei der MJC so zu sein, dass keine Transparenz gewünscht ist - und deswegen auch Menschen, die Verantwortung übernehmen wollten, abgewiesen wurden." In einer Pressemitteilung bedankt sich Brech ("Thomas hat in Trier eine gute Arbeit geleistet"), meint aber auch: "Dennoch ist es für uns natürlich ein denkbar schlechter Zeitpunkt gewesen."

Leukefelds Rückkehr:



"Es gab viele Querelen im Verein, es haben nicht mehr alle an einem Strang gezogen, deswegen wollte ich in ruhigeres Fahrwasser." So begründete Dago Leukefeld im TV-Interview vom 29. April 2004 seinen Abschied von den Miezen. Von 2001 bis 2004 war der Thüringer (48) MJC-Trainer gewesen, führte Trier 2003 zur Deutschen Meisterschaft und ins Pokalfinale, geriet dann aber immer häufiger mit MJC-Vorstand Martin Rommel aneinander - was schließlich der Grund für seinen Wechsel zum Thüringer HC war.
Bis 2010 leitete der frühere Frauen- und Juniorinnen-Nationaltrainer in Erfurt die Geschicke, dann wurde er Trainer der Exmiezen Bohm, Baumbach und Meier beim VfL Sindelfingen. Dort endete im August 2011 sein Engagement abrupt: Weil dem Verein 300 000 Euro fehlten, meldeten die Kickers erst Insolvenz an und zogen dann ihre Mannschaft aus der Liga zurück, Leukefeld und die Spielerinnen standen auf der Straße. "Mittelfristig keine Frauen-Bundesliga mehr", lautete seinerzeit Leukefelds Credo. Seit Anfang November war er beim niedersächsischen Männer-Drittligisten Jahn Duderstadt als Berater unter Vertrag, hat zudem die Firma "Leukefeld-Handball" gegründet, mit Schwerpunkt Trainer- und Jugendausbildung sowie Beratung. Und am Mittwochabend, Punkt 18 Uhr, gab er in der Wolfsberghalle sein überraschendes Comeback als Miezen-Trainer.

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