| 21:47 Uhr

Hurra, wir leben noch!

La Ola für die Fans: Die Miezen feiern den 31:25-Sieg gegen Celle. TV-Foto: Funkbild
La Ola für die Fans: Die Miezen feiern den 31:25-Sieg gegen Celle. TV-Foto: Funkbild
Nach exakt 111 Tagen haben die Miezen wieder einen Heimsieg gefeiert: Das 31:25 (15:13) gegen den direkten Konkurrenten SVG Celle war überlebenswichtig im Abstiegskampf. Von unserem Redakteur Björn Pazen

Trier. Lange war es her, dass man tanzende, jubelnde und feiernde Miezen in der Arena gesehen hat - aber umso größer waren die Freude und die Erleichterung am Samstagabend. "Ich hoffe, dass jetzt endlich der Knoten geplatzt ist", sagte die fünffache Torschützin Silvia Solic, die beim 31:25 gegen Celle ihr bisher bestes Spiel im Miezen-Trikot zeigte. Zum letztmöglichen Zeitpunkt waren nach den Niederlagen in Dortmund und gegen Leipzig Einstellung, Teamgeist, Kampf und Siegeswille zurückgekehrt. Mit dem Erfolg haben die Triererinnen zwar nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz (den nun Celle einnimmt), aber angesichts des gleichzeitigen Sieges von Sindelfingen gegen Schlusslicht Dortmund waren diese zwei Punkte Gold wert. "Wir haben immer noch nichts erreicht, aber ich denke, dass wir mit einer solchen Leistung die drei Punkte, die zum Klassenerhalt noch nötig sind, in noch vier Spielen irgendwie holen werden. Wir haben das ganze Spiel Vollgas gegeben", sagte Solic.

Das ganze Spiel war es nicht, aber 50 Minuten. Denn nach zehn Minuten lagen die Miezen 3:7 hinten. Doch es dauerte nur 13 Minuten, bis beim 10:10 der Ausgleich gelang - und danach lief alles wie am Schnürchen. Die Fans schrien und trommelten die Mannschaft nach vorne, Torfrau Anna Monz steigerte sich enorm, Solic, Nadgornaja, Jochin und später auch Caroline Thomas waren im Angriff bärenstark, hinten stand die Deckung wie eine Wand, Willemijn Karsten kämpfte dort wie eine Löwin. "Mir ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen, wir haben uns richtig reingekämpft", sagte Kreisläuferin Thomas. Auf eine Frage fand aber keine Spielerin eine Antwort: "Warum spielt ihr nicht immer so?" Schulterzucken oder "Wenn wir das wüssten", hieß es darauf.

"Die Zuschauer waren fantastisch!"



Wenn die MJC gegen Frankfurt/Oder, in Dortmund oder in der Hinrunde in Celle oder gegen Sindelfingen eine solche Leistung abgeliefert hätte wie am Samstag, wäre das "Damokles-Schwert" Abstiegskampf lange vertrieben. Für MJC-Trainer Thomas Happe war neben der Einstellung seiner Spielerinnen die Unterstützung der Fans mitentscheidend: "Das war fantastisch!" Schon sieben Minuten vor dem Ende, als Trier beim 30:23 die Partie entschieden hatte, erhoben sich die Zuschauer. Celle kämpfte zwar bis zum Ende, hatte der Kollektivleistung der "neuen Miezen" aber nichts mehr entgegenzusetzen.

Am Samstag gastiert die MJC in Erfurt - und die Hoffnungen auf den zweiten Auswärtssieg sind groß. "Wenn wir dort so spielen wie gegen Celle, ist alles möglich", meinen Caroline Thomas und Trainer Happe unisono. Und da sich die Konkurrenten Celle und Sindelfingen im direkten Duell Punkte abnehmen werden, könnte die MJC einen weiteren Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen.

DJK/MJC Trier: Monz, Vogt (bei einem Siebenmeter) - Egger (0), Nadgornaja (6/2), Thomas (5), Schneider (0), Karsten (0), Vallet (0), Huber (4), Solic (5), Jakubisova (5), Jochin (6/1).

Beste Torschützen Celle: Techert (8), Comans (6/1), Zuschauer: 1050

Miezen-Extra

Schiedsrichter: Die Kritik an den Schiedsrichtern des Spiels gegen Frankfurt/Oder - darunter mehrere Briefe von Herbert Schuhmacher (Vizepräsident des Handballverbands Rheinland an den Schiedsrichter-Chef des DHB, Peter Rauchfuß, der TV berichtete) hat sich scheinbar gelohnt: Der DHB entsandte zu dieser äußerst wichtigen Partie gegen Celle sein bestes Gespann. Die Brüder Bernd und Rainer Methe hatten zuletzt das Männer-EM-Endspiel gepfiffen und boten in Trier eine tadellose Leistung. Pokal: Der Termin für das DHB-Pokal-Viertelfinal-Spiel der Miezen in Buxtehude steht fest: Gespielt wird am Mittwoch, 24. März, 19.30 Uhr in Buxtehude. (BP)