"Ich brauche eine Pause"

2012 kam sie als Spielerin nach Trier, 2013 wurde sie Miezen-Trainerin, stand aber auch noch oft auf dem Feld - nun kehrt Cristina Cabeza in ihre Heimat Spanien zurück. Warum, erläutert sie im TV-Interview.

Trier. Kein Blick zurück im Groll, aber auch keine Lust mehr, weiterzumachen: Cristina Cabeza (37) beendet ihre Tätigkeit bei den Trierer Miezen zum Saisonende. In den letzten fünf Spielen - inklusive des "Abstiegsfinales" am Samstag beim Vorletzten SVG Celle - will sie ihren Teil zum Klassenerhalt beitragen. Im Interview mit TV-Mitarbeiter Björn Pazen erläutert die Spanierin die Gründe für ihre Entscheidung und sagt, was sie mitnimmt aus drei Jahren Trier. Wann ist Ihre Entscheidung gereift, die Miezen zu verlassen?Cristina Cabeza: Zwischen Januar und März gab es viele Gespräche mit dem Vorstand, und seit rund einem Monat steht für mich fest, dass ich nicht weitermache. Sowohl die Vereinsführung als auch die Spielerinnen wollen mich unbedingt als Trainerin halten, aber ich gehe zurück nach Spanien, das ist endgültig. Haben Sie dort schon eine neuen Job? Oder was sind die Gründe für Ihren Abschied?Cabeza: Nein, etwas Konkretes gibt es noch nicht, vielleicht arbeite ich künftig wieder im Nachwuchsbereich, vielleicht in einer Erstliga-Mannschaft, ich weiß es noch nicht - vielleicht komme ich auch irgendwann wieder nach Deutschland. Der Hauptgrund für meinen Abschied ist ein ganz einfacher: Nach diesen drei unglaublich anstrengenden Jahren brauche ich eine Pause. Ich war Spielerin, Spielertrainerin, Trainerin - das war alles nicht einfach, vor allem angesichts der vielen Probleme hier in Trier. Was meinen Sie konkret damit?Cabeza: Das sind viele Dinge, vor allem natürlich die finanzielle Situation, die uns die Arbeit nicht einfach macht. Nicht nur der TBB, auch den Miezen geht es wirtschaftlich schlecht. Wir sind die einzige Mannschaft in der Bundesliga ohne Linkshänderin. Ich habe immer eine Neuverpflichtung gewollt, aber das war eben nicht möglich, weil kein Geld dafür da ist. Wir haben einfach zu wenige Alternativen im Kader. Dann ist es natürlich die Situation, dass alle Spielerinnen noch arbeiten müssen. Dann der permanente Druck, bedingt durch die Tabellensituation. Und dann auch die Kommunikation. Sie meinen sprachliche Probleme?Cabeza: Ja, ich bin ein sehr emotionaler Mensch, habe eben eine spanische Mentalität. Dann rede ich sehr viel und sehr schnell - und das war nicht immer einfach, ich konnte das nicht so schnell, wie ich dachte, dann auch in Deutsch sagen. Aber das ist eine der Sachen, die ich für die Zukunft mitnehme: Die Kommunikation mit den Spielerinnen ist das A und O als Trainerin. Ist es also ein Abschied mit Groll?Cabeza: Nein, überhaupt nicht! Trier ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden, ich habe Trier immer im Herzen. Vielleicht komme ich ja irgendwann hierher zurück - aber wie gesagt, erst einmal brauche ich Abstand und eine Pause, wenn diese Saison vorbei ist. Wie sicher sind Sie, dass Sie sich aus Trier mit dem Klassenerhalt verabschieden?Cabeza: Sicher kann man sich in unserer Situation natürlich nie sein, aber ich bin sehr zuversichtlich. Um das Ziel zu erreichen, müssen wir am Samstag natürlich in Celle gewinnen. Aber um nicht abzusteigen, reichen diese Punkte alleine nicht…Cabeza: Das wissen wir. Gegen Buxtehude und den Thüringer HC zu Hause sind wir chancenlos, aber die beiden Auswärtsspiele in Bad Wildungen und Leverkusen bieten die Chance auf Punkte. Für beide Gegner geht es dann um nichts mehr, diese Gelegenheit müssen wir nutzen. Wenn Sie an 2013 zurückdenken, als der Verein Sie und Jana Arnosova als Trainergespann installierte, obwohl Sie beide keine Trainererfahrung hatten - war das Experiment erfolgreich?Cabeza: Ich würde es nicht Experiment nennen. Aber die MJC war mutig. Ich hatte nur Trainererfahrung im Nachwuchsbereich, habe parallel noch meinen Trainerschein in Spanien gemacht. Aber unsere erste Saison war erfolgreich, wir haben den Klassenerhalt geschafft, wir haben dieses Vertrauen, das der Verein in uns setzte, also zurückgezahlt. Schließlich waren wir mit einem Zweitligakader angetreten, um gleich wieder aufzusteigen. Weil wir nachträglich in der 1. Liga bleiben durften, haben wir das mit einem Zweitligakader und vielen jungen Spielerinnen geschafft. Darauf können wir stolz sein. Zurück zur nahen Zukunft: Was wird am Samstag entscheiden, ob Trier oder Celle das Abstiegsfinale gewinnt?Cabeza: Im Hinspiel, das wir mit acht Toren zu Hause verloren, hatten wir unsere schlechteste Saisonleistung. Seitdem hat Celle alle zwölf Spiele verloren, wir haben sechs Punkte geholt. Beide Mannschaften stehen somit unter extremem Druck - und wer weniger Fehler macht, wird gewinnen. BP Extra

Die Trierer Miezen haben mit Tina Welter den ersten Neuzugang für die nächste Saison präsentiert. "Ich wollte schon immer für die Miezen und in Trier spielen. Seit ich Handball spiele, war das ein Traum von mir", erzählt die Luxemburgerin Tina Welter. Die 22-jährige Außenspielerin wird ab der kommenden Saison, unabhängig von der Ligazugehörigkeit, eine Mieze. "Es ist schön, dass wir Träume erfüllen", so MJC-Vorstand Jürgen Brech mit einem Schmunzeln. Die Nationalspielerin habe im Probetraining einen guten Eindruck hinterlasse: "Sie hat uns sportlich, aber auch mit ihrer sympathischen Art überzeugt. Wir sind uns schnell einig geworden und ich denke, dass Tina sich hier in Trier gut entwickeln kann." red