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Im Talentbecken sollen wieder mehr Fische schwimmen

Im Talentbecken sollen wieder mehr Fische schwimmen

Das erste Spiel in der 3. Handball-Bundesliga wegen Personalmangels abgesagt, das zweite Spiel mit "Unterstützung von oben" klar gewonnen - aber wie geht es weiter mit der zweiten Mannschaft der Trierer Miezen? MJC-Vorstand Martin Rommel stellt sich den TV-Fragen.

Trier. 2004 wurde Trier Landesstützpunkt für talentierte Handballerinnen aus dem Südwesten, 2008 folgte die Aufwertung als Stützpunkt des Deutschen Handballbunds mit Elena Vereschako als hauptamtlicher Landes- und DHB-Stützpunkt-Trainerin. Und 2011? Was ist aus der Nachwuchsarbeit der Miezen geworden, und wie soll das "Talentbecken" 2. Mannschaft künftig bestehen? Diese Fragen stellten sich viele, vor allem wegen der nicht üppigen Kader der ersten und der zweiten Mannschaft. MJC-Vorstand Martin Rommel nimmt im TV Stellung zu den Problemen.

Warum haben die Miezen so wenige Spielerinnen?
Für Rommel war es nach dem späten Klassenerhalt und der noch späteren finanziellen Rettung vorrangig wichtig, sich auf "eine konkurrenzfähige Bundesliga-Mannschaft" zu konzen trieren. Erst dann widmete man sich der 2. Mannschaft. "Wir haben ein Imageproblem", gibt Rommel zu. Talente wie Katrin Groetzki oder Kathrin Schneider suchten ihr Glück in der zweiten Liga, Eva Lennartz und Judith Derbach dürfen - weil sie über 23 sind - nicht mehr parallel in 1. und 2. Mannschaft eingesetzt werden. Rommel: "Daneben hat uns der Abgang von acht Spielerinnen, die von uns ausgebildet wurden, zur TG Konz natürlich geschwächt. Ich denke, ihnen war die Trainingsbelastung zu hoch."

Werden in nächster Zeit noch weitere Spielerinnen für die zweite Mannschaft der Miezen verpflichtet werden?
Zwei Neuzugänge verspricht der MJC-Vorstand kurzfristig, es seien nur noch Formalien und bürokratische Dinge zu klären.

Warum hakt es momentan mit der Rekrutierung talentierter Spielerinnen aus dem Südwesten?
Den Landes- und DHB-Stützpunkt übernimmt bis Herbst Igor Domaschenko, weil sich Trainerin Elena Vereschako noch in Elternzeit befindet. Aber die Rekrutierung von Talenten aus der Großregion liegt für Rommel aus einem anderen entscheidenden Grund brach: "Unser Stützpunkt-Kooperationsvertrag mit dem Landessportbund endet am 31. Dezember 2012, Gespräche über eine Verlängerung laufen. Aber wir können keine Jugendlichen verpflichten und sie in der Sportakademie und an Schulen unterbringen, wenn wir ihnen nicht garantieren können, dass sie nicht über 2012 hinaus bei uns bleiben können. Ich hoffe, dass in ein, zwei Monaten Klarheit herrscht, dann können wir uns auf die Suche nach Talenten für die nächste Saison machen."

Ist es wirklich sinnvoll, dass viele junge Spielerinnen an einem Wochenende in beiden MJC-Mannschaften auflaufen müssen?
Zu dieser Thematik kommt von Rommel ein klares Ja. "Schon früher war es bei Caroline Thomas oder Kathrin Schneider so, dass sie 60 Minuten in der zweiten und dann 15 Minuten in der ersten Mannschaft spielten, um sich optimal entwickeln zu können. Sie schnuppern in der Bundesliga herein und sind Führungsspielerinnen in der 3. Liga." Genauso sei es in dieser Saison mit Natalie Adeberg, Katrin Premm, Lena Zelmel und den Torfrauen geplant. In der zweimonatigen WM-Pause oder ab Anfang April, wenn die 1. Mannschaft nicht spielt, gäbe es auch diese Doppelbelastung nicht.

Wird es noch weitere Spielabsagen der 2. Mannschaft geben?
"Auf keinen Fall, der erste Spieltag soll eine Ausnahme gewesen sein", sagt Rommel. Schon bei der Planung beider Spielpläne habe die MJC versucht, dass erste und zweite Mannschaft nicht am selben Tag spielen, weil dafür die Kader nicht ausreichen.

Was ist das langfristige Ziel der MJC in Sachen Nachwuchsförderung?
Eine Talentförderung ist für Rommel nur in der 3. Liga möglich. "Darunter fehlt die Zugkraft für Talente, nach Trier zu kommen." Daher müsse der Klassenerhalt beider Mannschaften geschafft werden. Langfristig wäre die derzeit diskutierte A-Jugend-Bundesliga für die MJC interessant. Rommel: "Dann gäbe es keine Drittliga-Mannschaft mehr."