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"In Trier kann nichts schiefgehen"

"In Trier kann nichts schiefgehen"

Es wird stressig, aber es soll auch erfolgreich werden: Wenn die deutschen Handballerinnen am 23. Oktober (19.30 Uhr) gegen den vierfachen Weltmeister Russland in der Arena Trier in die EM-Qualifikation starten, ist es für Ex-Mieze Anja Althaus ein vielfaches "zurück zu den Wurzeln".

Trier. Viel Zeit, um Bekannte in der alten Heimat zu treffen, wird Anja Althaus nicht haben. "Das wird ganz schön stressig", meint die langjährige Mieze zu ihrem dreitägigen Kurztrip nach Trier rund um den Auftakt der EM-Qualifikation gegen den vierfachen Weltmeister Russland am 23. Oktober (19.30 Uhr) in der Arena Trier. Während das Gros der Nationalmannschaft gemütlich am 20. Oktober anreist, steht für die Kreisläuferin mit ihrem Verein Thüringer HC an diesem Tag noch der Knüller in der Champions League gegen Titelverteidiger Györ aus Ungarn an, dann folgen zwei Tage Spielvorbereitung in Trier - und dann geht es schon weiter zum Rückspiel ins russische Astrachan, wo am 27. Oktober gespielt wird.
Erstmals Kapitänin?


"Wer mich sehen will, soll doch einfach zum Spiel kommen, oder mich im Hotel besuchen", meint die 31-Jährige, die ihre mit zwei Champions-League-Siegen gespickte Karriere bei der MJC (2000 bis 2007) begann, bevor sie für fünf Jahre zum dänischen Spitzenclub Viborg HK wechselte. In der zweiten Saison ist sie nun beim deutschen Meister und Pokalsieger Thüringer HC. Und von dort sollte eigentlich auch eine weitere Ex-Mieze mit zum Länderspiel gegen Russland - und zwei Wochen später zum Pokalspiel bei den Miezen - anreisen. Nadja Nadgornaja. Doch die brach sich die Hand (der TV berichtete). "Dass Nadja ausfällt, ist ein herber Rückschlag für uns, gerade gegen eine Mannschaft wie Russland", sagt Althaus.
Dennoch ist sie überzeugt: "In Trier kann einfach nichts schiefgehen." 2003, beim ersten Frauen-Länderspiel in der Arena (WM-Qualifikation gegen Bulgarien) war sie im deutschen Kader, saß aber nur auf der Tribüne, im März 2012, als Ungarn in Trier in der EM-Qualifikation geschlagen wurde, war sie an Bord. Nun wartet ihr insgesamt 213. Länderspiel möglicherweise mit einer Besonderheit auf: Weil Spielführerin Isabell Klein (Buxtehude) und deren Stellvertreterin Katja Schülke (Leipzig) schwanger sind, könnte Althaus an alter Wirkungsstätte das deutsche Team erstmals als Kapitänin aufs Feld führen. "Das ist Sache des Trainers. Egal, ob ich diese Kapitänsbinde am Arm habe oder nicht, ich ziehe meine Rolle durch und werde mein Bestes geben." Sie ist optimistisch, dass die deutsche Mannschaft den Aufwärtstrend der EM 2012 (Rang sieben) mit in die Partien gegen Russland mitnehmen kann. "Wir haben genug Selbstvertrauen um zu sagen, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können. Ich will beide Spiele gegen Russland gewinnen, dann hätten wir den entscheidenden Schritt in Richtung EM frühzeitig gemacht."
Der lauteste Trainer der Welt


Die deutsche Mannschaft trifft zudem auf Mazedonien, die ersten beiden der Dreier-Gruppe qualifizieren sich für die EM im Dezember 2014 in Ungarn und Kroatien. Und aus Ungarn reist die zweite Ex-Mieze für das Länderspiel zurück nach Trier - Laura Steinbach, die seit dieser Saison bei FTC Budapest spielt.
Für Althaus schließt sich indes ein Kreis. Im Februar 2004 stand das Champions-League-Spiel Trier gegen Togliatti auf dem Programm. Und der russische Meister wurde von Jewgeny Trefilow trainiert, der nun auch wieder Nationaltrainer ist. Althaus und der "lauteste Trainer der Welt" sind die letzten "Überlebenden" beider Teams aus 2004.Extra

Karten für das EM-Qualifikationsspiel gibt\\'s im Vorverkauf im TV-Service-Center Trier, unter der TV-Ticket-Hotline 0651/7199-996 und im Internet unter www.volksfreund.de/tickets. Vereine und Schulklassen erhalten Sonderkonditionen, diese Kartenbestellungen sind nur über die Arena Trier möglich. BP