Insolvenz abgewendet, Miezen gerettet

Insolvenz abgewendet, Miezen gerettet

Dank der finanziellen Unterstützung mehrerer Trierer Unternehmen sowie des Landessportbundes haben die Miezen ihre Altlasten abgetragen und sind gerettet. Somit steht einer Bundesliga-Lizenz nichts mehr im Wege.

Am Donnerstag konnten sich alle freuen: Die Spielerinnen und Trainer Thomas Happe, denn sie erhalten alle noch ausstehenden Gehälter (die teilweise schon überwiesen sind), der Miezen-Vorstand, denn der Verein wurde vor der Insolvenz gerettet, die MJC-Fans, denn sie werden auch kommende Saison Bundesliga-Handball in Trier sehen. Seit Saisonstart mussten die Miezen mit finanziellen Problemen kämpfen, die teilweise auf Altlasten zurückgingen, nun, zwei Wochen nach dem sportlichen Klassenerhalt, kann der Verein aufatmen. "Es ist vollbracht", verkündete MJC-Vorstand Martin Rommel gestern.

Durch die finanzielle Unterstützung des Landessportbundes, der Stadtwerke Trier, der Sparkasse Trier, der Triwo AG aus Trier und der Firma Alwitra konnten alle offenen Summen im Etat der gerade abgelaufenen Saison beglichen werden, die neue Saison beginnt für die Miezen - wohl zum ersten Mal seit über fünf Jahren - nicht mehr mit Altlasten, zudem haben schon einige Sponsoren ihre Verträge verlängert. "Wir sind sehr froh über dieses große Engagement der regionalen Wirtschaft", sagte Rommel, der sich nicht zur Höhe der Altlasten äußern wollte, allerdings die im TV genannte Zahl von 80 000 Euro als "völlig falsch" darstellte. Möglicherweise war diese Summe also noch höher.

Im Hintergrund hatte sich auch die Trierer und Mainzer Politik für die Miezen stark gemacht, ausdrücklich bedankt sich Rommel bei Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, Sportdezernentin Angelika Birk und Landes-Sozialministerin Malu Dreyer (Jensens Frau) für deren Hilfe. In mehreren Treffen mit LSB und Unternehmen wurde schließlich das nötige Geld zusammengebracht, das für den Fortbestand des Vereins, aber auch die Bundesliga-Lizenz dringend benötigt wurde. Nun hofft die MJC auf grünes Licht vom Ligaverband HBF: "Ich gehe davon aus, dass wir nun die Lizenz erhalten", sagte Rommel dem TV. Im Lizenzierungsverfahren hatten die Miezen ihre offenen Rückstände melden müssen, nun können sie nachweisen, dass das Geld für Gehälter und Sozialleistungen auf den Konten ist. Ende April folgt dann noch die Rechnung der Berufsgenossenschaft. Rommel: "Die Beiträge sind aber niedriger als in den vergangenen Jahren."

Die Stadt Trier wertet den Erhalt des Erstligahandballs in Trier als klaren Erfolg: "Die Miezen sind unverzichtbarer Teil der Sportstadt Trier und ich freue mich, dass wir als Stadt im Rahmen unserer Möglichkeiten zum Fortbestand beitragen konnten", wird Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen in der MJC-Mitteilung zitiert - mit dem Zusatz, dass er "für Unterstützung bei der Optimierung der Vereinsstrukturen wirbt". Im Gespräch sind wohl eine Umwandlung des DJK/MJC Sportmarketing e.V. in eine GmbH, die Errichtung von Aufsichtsgremien sowie eine Vergrößerung des Vorstands.

Und der muss sich jetzt sputen, was den künftigen Kader betrifft: Viele Spielerinnen wollen weg, jetzt bundesligataugliche Neuzugänge zu finden, wird schwer. Rommel: "Da wir jetzt wissen, dass es weiter geht, werden wir in unserem finanziellen Rahmen die Verhandlungen forcieren."

EXTRA

PüTZ GEHT



Nach Katrin Schneider (nach Bietigheim) verlässt in Antonia Pütz eine weitere Spielerin aus dem eigenen Nachwuchs die Miezen. Die 23-Jährige, die in der abgelaufenen Saison von Verletzungen geplagt war, spielt seit der C-Jugend für die MJC. Sie wechselt zum Zweitligisten TuS Weibern (bei Mayen), der künftig von der Ex-Miezen-Trainerin Ildiko Barna trainiert wird. BP