"Ja, wir leben noch!"

Leidenschaft, Wille, Kampf und am Ende auch die zweite Luft: Mit diesen Eigenschaften haben die Trierer Handball-Miezen am Sonntag den ersten Sieg eingefahren - ein 29:27 bei den Vulkanladies Koblenz/Weibern.

Koblenz. "Endlich, endlich!" Maxime Struijs schrie ihre Freude heraus, der Rest der Miezen tanzte übers Feld, während Vorstand Jürgen Brech eher cool blieb: "Man sollte uns niemals abschreiben." Die überragende Franziska Garcia-Almendaris, Vollstreckerin und Vorbereiterin in einer Person, brachte den 29:27 (15:12)-Erfolg bei den Vulkanladies Koblenz/Weibern auf den Punkt: "Ja, wir leben noch, das hat jeder gesehen."Diesen Überlebenswillen nach sieben Niederlagen in Serie lobte auch Trainerin Cristina Cabeza: "Wir haben mit so viel Herz gespielt, das war unglaublich." Sieben Miezen mussten quasi durchspielen, haben 60 Minuten lang gekämpft und geackert. Linksaußen Sanne Backhed machte ihr bestes Spiel im MJC-Trikot, die Torfrauen waren besser als jene der Vulkanladies. In Hälfte eins waren es die Hämmer von Maxime Struijs (insgesamt sieben Tore), nach dem Wechsel war Garcia-Almendaris unaufhaltsam, auch Katrin Schneider nutzte die teilweise riesigen Lücken der Koblenzer Deckung aus. Die MJC führte ab dem 5:4 in der neunten Minute und gab den Vorsprung nicht aus der Hand. Grundlage dafür war die aggressive Deckung, die die Gastgeberinnen vor 1620 Zuschauern unter Druck setzte. Beiden Teams merkte man im Rheinland-Derby den Druck des Abstiegskampfs an, aber Trier spielte engagierter und mit mehr Willen zum Sieg. Nach der 15:12-Pausenführung hatten die Miezen die Chance, den Sack frühzeitig zuzumachen - und beim 28:23 in der 55. Minute schien das Derby zugunsten des Tabellenletzten entschieden. Dann schalteten die Vulkanladies auf eine äußerst offensive Abwehr um, Trier leistete sich zahlreiche Zeitspiele. Beim 26:28 in Minute 57 wankten die Miezen, dass sie nicht fielen, lag an der finalen Energieleistung von Garcia, die mit ihrem sechsten Tor das Spiel beim 29:26 entschied.Der Sieg war umso wichtiger, weil sich der nächste Miezengegner SVG Celle sensationell mit einem 32:30 über Mitaufsteiger Berlin den dritten Saisonsieg gesichert hatte - der erste unter dem neuen Trainer Matthias Kahle. Das erhöhte natürlich den Druck auf die Miezen vor dem Derby, aber sie hielten ihm stand. "Der Sieg in Koblenz war aber nichts wert, wenn wir im Heimspiel am Samstag gegen Celle nicht nachlegen", sagte Matchwinnerin Garcia-Almendaris. Ins gleiche Horn blies auch Struijs: "Wir müssen am Samstag gewinnen, dann ist wieder alles offen." DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck, Vogt (bei einem Siebenmeter) - Sattler (0), Backhed (3), Mohr (n.e.), Schneider (8/3), Houben (0), Czanik (3), Kordel (n.e.), Derbach (2), Struijs (7), Solic (n.e.), Garcia-Almendaris (6), Cabeza (0) Beste Torschützinnen Vulkanladies: Varga (10/5), Krhlikar (5)