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Kampf und Krampf, aber keine Punkte

Kampf und Krampf, aber keine Punkte

Innerhalb von vier Tagen hat ein Einbruch nach der Pause den Handball-Miezen zum zweiten Mal wichtige Punkte im Abstiegskampf gekostet. Beim 28:32 (16:17) bei der HSG Blomberg war Trier alles andere als chancenlos.

Blomberg. Jürgen Brech war angefressen wie selten: "Das darf einfach nicht passieren, nicht zweimal hintereinander." Der Miezen-Vorstand war wütend über die, wie er sie nannte "Tiefschlafphase" der Triererinnen nach der Pause beim Auswärtsspiel bei der HSG Blomberg-Lippe. Denn Geschichte wiederholte sich: Nur drei Tage zuvor hatte ein absolut identischer Einbruch zur 28:35-Niederlage in Leverkusen geführt, in Blomberg hieß es am Ende 28:32. "Das kann so nicht weitergehen", war Brechs Quintessenz der x-ten vermeidbaren Niederlage der MJC in einem Spiel, von dem Miezen-Co-Trainerin Jana Arnosova sagte: "Das war Kampf und Krampf, absolut nicht ansehnlich, nichts für Handball-Feinschmecker." Auch sie echauffierte sich über die Leistung ihrer Mannschaft, war aber nicht nur sauer auf die Phase gleich nach der Pause, als sich Blomberg (auch dank dreier Zeitstrafen gegen Trier) vom Halbzeitstand von 17:16 ohne Mühe auf 22:17 absetzte, sondern auch auf die Schlussminuten: "Beim 26:27 haben wir alle Chancen, das Spiel zu drehen, sind aber zu unkonzentriert und geben erneut einen möglichen Punktgewinn aus der Hand, weil wir uns viel zu viele technische Fehler leisten."Wie schon bei der Niederlage eine Woche zuvor gegen Leipzig waren die Leistungen der Torfrauen zu schwankend, dafür spielten Andrea Czanik (sechs Tore) und Megane Vallet (5) im Angriff neben Katrin Schneider (10) stark auf. Nach einem schwachen Start hielt die MJC die erste Hälfte offen, kämpfte sich nach einer Auszeit beim 20:25 auf nur einen Treffer Rückstand heran, schaffte es dann aber nicht, den Ausgleich zu erzielen oder sogar in Führung zu gehen - "was durchaus möglich war", wie Brech und Arnosova gleichlautend meinen. Nach zwei Auftaktsiegen in der Rückrunde gegen Koblenz/Weibern und in Bensheim sind die Miezen wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, hätten aus den vergangenen drei Spielen bis zu vier Punkte holen können. "Das Glück war nur ein kurzer Gast in Trier", sagte Brech auch im Hinblick auf die Verletzung, die sich Neuzugang Franziska Garcia-Almendaris am Mittwoch in Leverkusen zugezogen hatte. Eine neuerliche Untersuchung ergab, dass die Plastik, die Garcia nach einem früheren Kreuzbandriss implantiert bekam, gerissen ist. "Sie wird lange ausfallen, wie lange wissen wir nicht", sagte Brech. Und daher wären ein oder zwei Punkte in Blomberg umso wichtiger gewesen, um den Abstand auf Schlusslicht Bensheim zu vergrößern. Daher stand am Ende ein Fazit Arnosovas, das sich ihre Spielerinnen hinter die Ohren schreiben sollten: "Nicht Blomberg hat gewonnen. Wir haben verloren." BPDJK/MJC Trier: Flöck, Vogt, Kockler - Pötters (0), Irsch (0), Sattler (0), Mohr (2), Schneider (10/5), Czanik (6), Vallet (5), Adeberg (3), Pilmayer (2), Kordel (0), Derbach (0), Cabeza (0), Kroyer (0)Beste Torschützinnen Blomberg: Smits, Jongenelen, Malestein (je 8) - Schiedsrichter: Cordes/Otto