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Katzenjammer bei den Miezen

Katzenjammer bei den Miezen

Nach der 29:32-Niederlage in Bad Wildungen klammern sich die Trie rer Miezen an den letzten Strohhalm - aber die Tabellensituation zeigt eindeutig: Der Abstieg ist für den Vorletzten deutlich näher als der Klassenerhalt.

Bad Wildungen. Die Enttäuschung war riesig. Während auf der einen Seite die Gastgeberinnen feierten, gab es für die Miezen nur Katzenjammer - und die bange Frage: War das schon die Entscheidung im Abstiegskampf? "Wir haben alles gegeben, man kann niemanden einen Vorwurf machen - und wir hätten das Spiel auch gewinnen können", meinte der völlig niedergeschlagene MJC-Vorstand Jürgen Brech nach einem denkwürdigen Samstagabend, der für die Miezen im "Spiel der Spiele" mit einer 29:32-Niederlage bei der HSG Bad Wildungen endete. Und mit jenem Samstagabend könnte Rheinland-Pfalz auf einen Schlag von der Landkarte der Frauen-Bundesliga verschwunden sein. Denn die Vulkanladies aus Koblenz/Weibern verloren ihr "Endspiel" gegen Göppingen mit 22:25 - und liegen einen Punkt hinter den Miezen auf dem letzten Platz. Angesichts des Restprogramms dürften die Vulkanladies somit nicht mehr zu retten sein. Die Miezen indes klammern sich nun an den allerletzten Strohhalm - und der heißt am Pfingstsamstag Bayer Leverkusen. "Solange wir rein rechnerisch noch die Klasse halten können, geben wir uns nicht auf. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand, auch wenn es hart sein wird, die Spielerinnen nach der Niederlage in Bad Wildungen wieder aufzubauen", sagte Brech. Mit dem "Vier-Punkte-Sieg" in Koblenz dürfte Göppingen (jetzt zwei Punkte vor Trier) trotz des hammerharten Restprogramms gerettet sein, weil man die viel bessere Tordifferenz als die MJC hat. Die einzige Hoffnung der Miezen ist, dass Aufsteiger Celle nicht mehr punktet - aber ausgerechnet die Niedersachen haben in den Partien gegen Bietigheim und Blomberg die besseren Karten und noch eine Partie mehr als Trier. Somit könnte im ungünstigsten Fall der MJC-Abstieg schon vor dem letzten Spieltag besiegelt sein. Die bis aufs Messer umkämpfte Partie in Bad Wildungen war für die Miezen eine Achterbahnfahrt der Gefühle. In der ersten Hälfte vergab Trier zu viele Chancen gegen die starke HSG-Torfrau Brütsch, in Hälfte zwei hatten die Miezen die Partie phasenweise unter Kontrolle - vorrangig dank insgesamt 21 Treffern des überragenden Duos Katrin Schneider (12) und Maxime Struijs (9). "Aber immer dann, wenn wir uns richtig hätten absetzen können, verwarfen wir", war für Brech einer der Schlüssel zur Niederlage. Ein anderer - vielleicht der entscheidende - war die 53. Minute: Als Trier 27:26 führte, kassierten Judith Derbach und Silvia Solic binnen einer halben Minute zwei Zeitstrafen. Bad Wildungen glich aus, und mit ihrem zwölften von insgesamt 15 Treffern markierte Laura Vasilescu beim 28:27 die erste Führung der Hessen nach dem Seitenwechsel. "In dieser Situation zwei Zeitstrafen zu geben, war völlig überzogen. Überhaupt kann ich nicht verstehen, warum die Liga zu einem so wichtigen Spiel zwei so unerfahrene Schiedsrichter ansetzt. Diese Zeitstrafen haben uns das Genick gebrochen", sagte Brech.Bad Wildungen gab bis zum Abpfiff die Führung nicht mehr aus der Hand, in den Schlussminuten konnte die MJC nicht einmal Profit aus der Roten Karte gegen Wildungens Petra Nagy schlagen. Und so könnte dieser Abend ein weiteres Kapitel Trierer Sportgeschichte entschieden haben - eine Woche nach dem Abstieg der TBB könnte er auch den Sturz der "unabsteigbaren Miezen" in die Zweitklassigkeit bedeutet haben. DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck - Sattler (0), Mohr (0), Schneider (12/5), Houben (0), Czanik (1), Vallet (1), Kordel (0), Derbach (2), Struijs (9), Solic (0), Garcia-Almendaris (4) Beste Torschützinnen Bad Wildungen: Nagy (5), Vasillescu (15/6), van Gulik (6) Schiedsrichter: Frankholz/Frankholz