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Katzenjammer statt Miezenjubel

Katzenjammer statt Miezenjubel

Die Trierer Miezen haben am Mittwochabend ihr Heimspiel mit 26:34 (13:16) gegen Bayer Leverkusen verloren. Aus den letzten beiden Spielen brauchen sie nun mindestens drei Punkte, um nicht abzusteigen.

Ganz verhalten applaudierten die 1420 Zuschauer nach dem Schlusspfiff. Das einzige Gesprächsthema in der Arena: War es das jetzt? Oder schaffen die Miezen das Unmögliche? Trainer Jörn Ilper strahlt Optimismus aus: "Wir haben jetzt zwei Endspiele, und ich bin zuversichtlich, dass wir beide gewinnen können." Die Situation nach dem 26:34 gegen Leverkusen ist nun hammerhart: Die Miezen benötigen aus den beiden Spielen gegen Bad Wildungen (27. März) und in Blomberg (30. März) drei Punkte, wenn Konkurrent TuS Metzingen nicht mehr punktet. Anders gesagt: Gewinnt Metzingen eines seiner drei noch ausstehenden Spiele, sind die Triererinnen nach 13 Bundesliga-Jahren in Folge abgestiegen, selbst wenn sie beide Partien gewinnen.
Die Miezen hätten mit einer Führung in die Kabine gehen können, doch im Angriff war der Wurm drin. "Wir haben unfassbar viele technische Fehler gemacht", sagte Ilper. Unmögliche Pässe wurden gespielt, klare Chancen wurden vergeben - gegen einen Gegner, der wahrlich keine Topleistung abrief. Aber Leverkusen hatte erstens das Glück auf seiner Seite, dass alle Abpraller bei den Gästen landeten, zweitens aber auch die bessere Spielanlage und drittens die bessere Abwehr. Dass es "nur" mit einem 13:16 in die Pause ging, lag vor allem an Torfrau Anne Bocka sowie der überragenden Rechtsaußen Judith Derbach, die fünf ihrer sechs Tore vor dem Seitenwechsel erzielte. Zudem hatte Lena Zelmel Glück, dass sie kurz vor der Pause nach einem groben Foul an Marlene Zapf "nur" zwei Minuten und keine Rote Karte erhielt. Nach einem schwachen 2:6-Start kämpfte sich Trier auf 10:11 heran, doch drei Fehler im Angriff führten zu drei Gegenstoßtreffern der Gäste.Aber es sollte noch schlimmer kommen: Ein verworfener Siebenmeter, drei Fehlpässe - und Bayer hatte den Vorsprung in vier Minuten auf 19:13 ausgebaut. Mittlerweile hatte sich auch Ex-Mieze Laura Steinbach eingeworfen, ihr achter Treffer zum 24:17 nach 40 Minuten war schon die Vorentscheidung, der MJC fehlte im Angriff einfach die Präzision. Resignation kann man den Triererinnen nicht vorwerfen, aber immer dann, wenn sie kurz davor standen, den Rückstand entscheidend zu verkürzen, verwarfen sie - wie zum Beispiel Silvia Solic per Siebenmeter. Und auf der anderen Seite traf Steinbach nach Belieben - am Ende standen zwölf Treffer und die Erkenntnis: Bayer war nicht überragend, aber von einem anderen Kaliber. BP DJK/MJC Trier: Bocka, Flöck, Kockler - Zelmel (2), Czanik (2), Schmele (8/1), Vallet (0), Adeberg (3), Derbach (6/2), Solic (2/1), Jelicic (2), Cabeza (1)