Kein Beinbruch, aber eine Verletzte

Kein Beinbruch, aber eine Verletzte

Eine 22:29-Niederlage im Spitzenspiel und die Rumänin Ramona Constantinescu im Krankenhaus - die Heim-Partie gegen Rödertal endete für die Trierer Handball-Miezen alles andere als gewünscht.

Trier. Sie schreit auf, geht mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld - und von dort aus geht es direkt ins Krankenhaus. Der Arbeitstag von Ramona Constantinescu endete am Samstagabend mit einem Schock für die Miezen: Verdacht auf eine schwere Schulterverletzung bei der MJC-Rechtsaußen. "Wir hoffen, dass es nicht den nächsten langfristigen Ausfall gibt", war die Verletzung der zuletzt starken Rumänin für Miezen-Vorstand Jürgen Brech schlimmer als die 22:29 (12:13)-Niederlage im Spitzenspiel gegen den HC Rödertal, der durch die erste Saisonniederlage von Bensheim/Auerbach den Abstand zum Tabellenführer verkürzte."Das ist kein Beinbruch, denn Rödertal war ein richtig starker Gegner, der den Sieg auch verdient hatte", meinte Brech, in dessen Team in der Slowakin Lucie Weibelova die bis dato beste Torschützin wegen einer Bänderverletzung im Fuß ausfiel. "Das wird auch noch etwas dauern", sagte Brech. Ohne die Slowakin fehlte aus dem Rückraum der Druck, zudem erzielte Dora Varga kein Feldtor. Ein Hauptgrund für die Niederlage war aber der Fehlstart, den die MJC vor rund 540 Zuschauern hinlegte. "In der ersten Viertelstunde lief gar nichts zusammen", meinte Trainerin Cristina Cabeza, die nach zwölf Minuten beim 2:6 ihre erste Auszeit nahm. Bis zum 5:9 änderte sich aber nichts, danach kämpften sich die Miezen Tor um Tor heran. "Diese ständige Aufholjagd hat am Ende zu viel Kraft gekostet", sagte Brech.Nach dem 12:13 zur Pause hatten die Miezen ihre beste Phase gleich nach Wiederbeginn. Durch einen Doppelschlag von Tine Welter und Shenia Knoroz ging die MJC beim 14:13 erstmals in Führung, die anfangs einseitige Partie war wieder vollkommen ausgeglichen, die Führung wechselte bis zum 16:17 ständig - aber dann kam Kathleen Nepolsky. Sie hatten die Miezen so nicht auf der Rechnung, und das war am Ende mitausschlaggebend. Sieben ihrer neun Tore erzielte Nepolsky nach der Pause - und entschied die Partie fast im Alleingang. Mit ihrem achten Tor zum 25:21 hatte sie den letzten Widerstand der Miezen gebrochen. "Am Ende war der Sieg von Rödertal verdient, fiel aber um ein paar Tore zu hoch aus", sagte Cabeza, deren Team sich in den letzten fünf Minuten aufgab.Trotz der Niederlage gab es auch gute Nachrichten: Nach ihrem im September erlittenen Mittelhandbruch stand die Slowenin Maja Zrnec erstmals bei einem Ligaspiel auf dem Feld, steuerte einen Treffer bei. Und auch eine zweite Linksaußen stand zumindest wieder auf dem Spielbericht: Hannah Sattler, die allerdings nach ihrem Kreuzbandriss noch einige Zeit brauchen wird, um wieder auflaufen zu können.Auch wenn das Spitzenspiel deutlich verloren wurde (bereits die dritte Heimniederlage der Saison), bleiben die auswärts ungeschlagenen Miezen weiter Tabellendritter. Brech schaut sowieso nicht permanent auf die Tabelle: "Man muss sich immer vor Augen führen, wo wir in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt standen. Es war klar, dass es Rückschläge geben wird, deswegen ist diese Niederlage auch kein Beinbruch." Und nun dürfen die Triererinnen wieder auswärts (in Nürtingen) ran - dort klappt es bekanntlich besser als in der Arena.DJK/MJC Trier: Kockler, Eckelt - Petrovska (1), Greinert (0), Sattler (0), Houben (5), Czanik (2), Müller (2), Knoroz (4), Zrnec (1), Varga (2/2), Constantinescu (0), Welter (5) - Beste Torschützinnen Rödertal: Nepolsky (9), Marceviciute (6/3)