Keine Fee, keine Punkte

Eine Halbzeit haben die Trierer Miezen der Übermannschaft des deutschen Frauenhandballs am Sonntag Paroli geboten, dann machte Tabellenführer Thüringer HC kurzen Prozess und gewann 38:19 (15:11) beim Vorletzten.

Trier. Hätten die Trierer Miezen am Sonntagmittag eine Fee getroffen und einen Wunsch frei gehabt - sie hätten sich den Abpfiff nach 20 Minuten gewünscht. Mit ihrem fünften von insgesamt acht Toren hatte Katrin Schneider gerade zum Ausgleich (7:7) getroffen. Meister, Pokalsieger und ungeschlagene Tabellenführer Thüringer HC war überhaupt nicht im Spiel. Allerdings kam keine Fee. Und der THC, der deutlich sichtbar eher die kommenden Champions-League-Hauptrundenpartien als die Miezen im Kopf hatte, entledigte sich mit dem 38:19 (15:11) der Pflichtaufgabe. Die Trierer Miezen haben eben keine Ausnahmekönnerinnen wie die spanische Olympiadritte Alexandrina Barbosa, die acht Mal traf. Aber sie hatten eine anfangs überragende Torfrau: Jessica Kockler. Mehrfach erntete die Saarländerin Szenenapplaus von den rund 750 Zuschauern. "Kompliment an Trier, die MJC war eine Halbzeit lang auf Augenhöhe", sagte THC-Trainer Herbert Müller. "Wir wollten so lange mithalten wie möglich", sagte MJC-Co-Trainerin Jana Arnosova.Was den Miezen aber fehlte, waren mehr Optionen im Angriff; ohne die verletzten Natalie Adeberg und Franziska Garcia-Almendaris sind sie zu leicht ausrechenbar - alle Gegner können sich so auf Schneider und Maria Kroyer (fünf Treffer) einstellen. Auf der anderen Seite hatten in Minute 32 schon alle THC-Feldspielerinnen getroffen. Durch vier schnelle Tore gleich nach dem Seitenwechsel machte der Tabellenführer beim 19:11 den Sack zu, beim 24:14 (42.) war die Differenz erstmals zweistellig, beim 33:18 (54.) betrug sie 15 Tore. Da hatten sich die Miezen, die viel wechselten, ihrem Schicksal längst ergeben - und wurden hart getroffen: Fünf Minuten vor dem Ende sackte Kroyer mit einer Knieverletzung schreiend auf dem Feld zusammen - auch ihr droht eine lange Pause. "Hoffentlich ist es kein Kreuzbandriss. Wenn eine weitere Rückraumspielerin langfristig ausfällt, wäre das eine Katastrophe", sagte Arnosova. DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck - Pötters (0), Irsch (0), Sattler (0), Mohr (0), Schneider (8/4), Czanik (1), Vallet (1), Pilmayer (3), Kordel (1), Derbach (0), Cabeza (0), Kroyer (5)Beste Torschützinnen Thüringer HC:Snelder (6), Luzumova (7), Barbosa (8)Schiedsrichterinnen: Schilha/SchilhaZuschauer: 700Extra

Terminplan Abstiegsrunde: Am Mittwoch (19.30 Uhr, Arena) steht das letzte Hauptrundenspiel gegen Metzingen an, dann beginnt am 8. März für die Trierer Miezen der Ernst des Lebens mit der Abstiegsrunde. Die sechs beteiligten Mannschaften nehmen die Punkte der Hauptrunde mit - und mittlerweile steht auch der Spielplan der "play-downs" fest. Die MJC startet in Bietigheim, das erste Heimspiel ist am 15. März das Derby gegen Koblenz/Weibern. Die wohl entscheidenden Partien finden am 12. April und 24. Mai statt - die beiden Duelle gegen Schlusslicht Bensheim, in dem wohl die Abstiegsfrage geklärt wird. Die MJC-Termine der Abstiegsrunde: Samstag, 8. März: SG BBM Bietigheim - DJK/MJC Trier Samstag, 15. März, 19.30 Uhr: DJK/ MJC Trier - Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern Samstag, 22. März, 19.30 Uhr: DJK/MJC Trier - HSG Blomberg-Lippe Samstag, 5. April: TPSG FA Göppingen - DJK/MJC Trier Samstag, 12. April 17.30 Uhr: HSG Bensheim Auerbach - DJK/MJC Trier Sonntag, 4. Mai, 16 Uhr: DJK/MJC Trier - SG BBM Bietigheim Samstag, 10. Mai, 19.30 Uhr: Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern - DJK/MJC Trier Samstag, 17. Mai, 19.30 Uhr: DJK/MJC Trier - TPSG FA Göppingen Samstag, 24. Mai, 19.30 Uhr: DJK/MJC Trier - HSG Bensheim Auerbach Samstag, 31. Mai, 18 Uhr: HSG Blomberg-Lippe - DJK/MJC Trier