Kleine Miezen im Abstiegsstrudel

Kleine Miezen im Abstiegsstrudel

Die zweite Mannschaft der Trierer Miezen hat den Klassenerhalt nicht mehr alleine in der Hand: Nach einer Niederlage gegen den TV Beyeröhde müssen sie nun auf die Konkurrenz hoffen. Bascharage hat dagegen einen deutlichen Sieg gegen den PSV Recklinghausen gefeiert.

Trier. 3. Bundesliga FrauenTV Beyeröhde - DJK/MJC Trier II 27:26 (12:16) Mit einer unglücklichen Niederlage im vorletzten Saisonspiel beim TV Beyeröhde stürzen die kleinen Miezen auf den elften Tabellenplatz ab. Bedingt durch die zeitgleichen Siege der Konkurrenz rutscht das Team von Trainer Igor Domaschenko auf den Abstiegsplatz. Um den Relegationsplatz zu erreichen, müssen die Triererinnen jetzt im letzten Saisonspiel am kommenden Wochenende den Tabellenfünften aus Obereschbach besiegen und auf eine Niederlage des TV Germania Fritzlar bei der SG Kirchhof hoffen, die sich überraschend mit einem Sieg beim Thüringer HC dem Abstiegsstrudel entzogen hat. Aus eigener Kraft ist weder der Relegationsplatz noch der direkte Klassenerhalt für die kleinen Miezen machbar. "Tränen der Wut und der Enttäuschung flossen nach dem Spiel in der Kabine", verriet Domaschenko, dessen Team praktisch in letzter Sekunde die Niederlage kassierte.
Fünf Sekunden vor dem Abpfiff suchten die Gastgeberinnen über Rechtsaußen den Torerfolg, scheiterten aber an Anna Bocka im Trierer Tor. Den Abpraller fing die Kreisläuferin der Gastgeberinnen, die regelwidrig den Siegtreffer markierte. "Sie stand eindeutig beim Torabschluss im Kreis. Das hätten die beiden Schiedsrichterinnen Reichert/Schitzler sehen müssen. Ein Punktgewinn wäre dem Spielverlauf gerecht geworden", ärgerte sich der MJC-Trainer.
Bis zu diesem Zeitpunkt lieferten sich beide Mannschaften in einem schnellen und guten Handballspiel ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem die kleinen Miezen im ersten Spielabschnitt die bessere Mannschaft war und verdient mit 12:16 in die Kabine gingen. Unkonzentriert startete die Mannschaft aber in die zweite Hälfte, die Gastgeberinnen kamen bis auf einen Treffer heran, doch die Gastgeberinnen behaupteten die Führung. Die Rote Karte in der 40. Minute gegen Eva Lennartz war nach Ansicht von Domaschenko dann mit entscheidend. Bis dahin hatte Lennartz die starke Spielmacherin der Gastgeberin im Griff, die nach dem Ausscheiden der MJC-Spielerin wichtige Treffer für ihre Mannschaft markierte. Auf Trie rer Seite war es vor allem Lena Zelmel, die nach ihrer langen Verletzungspause mit einer überragenden Leistung und sechs sehenswerten Treffern glänzte. Doch am Ende sollte es nicht reichen. Nun kann das Team mit einem Sieg gegen Obereschbach nur noch den Grundstein legen und muss dann auf Kirchhof hoffen.
PSV Recklinghausen - Roude Léiw Bascharage 35:44 (17:18) "Wundertüte Bascharage. Diese Leistung hätte ich meiner Mannschaft zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht mehr zugetraut. Wir haben gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind, haben eine tolle Mannschaftsleistung abgerufen und die wohl disziplinierteste Leistung der Saison gezeigt", freute sich Roude Léiw Coach Claude Weinzierl nach dem deutlichen Sieg in Recklinghausen. Die ohne ihre Stammspielerinnen Pimenta (verletzt) und Pal (gesperrt) angetretene Meistermannschaft zeigte Charakter, wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Mit diesem Willen war das Team bereit, alles zu geben. 1:3 führten die Gäste, dann kam die Reaktion des Tabellenvierten, der 6:4 führte. Bis zur Pause entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Nach dem Wechsel steigerte sich das Gästeteam weiter, zog Tor um Tor davon. Ein ums andere Mal wurde Andi Janicz von ihren Mitspielerinnen geschickt in Szene gesetzt und "bedankte" sich mit 21 Treffern. "Ein tolles Spiel, eine überragende Angriffsleistung. Ich bin einfach stolz auf die Mädels", lobte Weinzierl.R.S.

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