Lähmendes Entsetzen: Miezen geben den Sieg aus der Hand

Lähmendes Entsetzen: Miezen geben den Sieg aus der Hand

Solche Geschichten schreibt nur der Sport: Ausgerechnet die Ex-Triererin Marielle Bohm besiegelte mit einem Wurf aus der eigenen Hälfte das Schicksal der DJK/MJC Trier bei der 25:26 (15:11)-Niederlage gegen den VfL Sindelfingen.

Trier. (wir) Nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft hatte am Sonntagnachmittag in der Arena Trier gewonnen - wie schon beim 29:31 aus Trierer Sicht im Hinspiel. Zu Beginn war die Nervosität auf beiden Seiten unübersehbar. Sie dokumentierte sich in technischen Fehlern und Fehlpässen. Auf gute Aktionen mit Ballgewinnen folgte häufig ein unnötiger Ballverlust. Daher blieb die Partie auch ausgeglichen - meist hatte Sindelfingen die Nase knapp vorne, aber Trier glich immer wieder aus.

Die Miezen bekamen ihr Nervenkostüm früher in den Griff. Beim Stand von 13:10 (25.) sah sich der frühere Trierer Meistertrainer und jetzige Sindelfinger Coach Dago Leukefeld zur ersten Auszeit gezwungen. Es half nichts. Jana Arnosova eroberte sich den Ball und traf per Tempogegenstoß zur 15:11-Halbzeitführung.

Dani Vogt hatte in der 13. Minute Anna Monz im Trierer Tor abgelöst. Kathrin Schneider zog sich in der 23. Minute eine Handverletzung zu und musste ausgewechselt werden.

Als "reine Nervensache" hatten beide Trainer das Duell im Vorfeld bezeichnet. Und das schien sich unmittelbar nach dem Wechsel erneut zu bestätigen. Sindelfingen verkürzte auf 15:16. Einzig und allein dank einiger starker Paraden von Torhüterin Vogt blieb Trier vorne. Aber von nun an war es jederzeit ein enges Spiel. Eine Minute vor Schluss führten die Miezen mit 25:24 und hatte Ballbesitz - ein schlechter Pass, Engel spritzte dazwischen und ließ Vogt keine Chance. Fatal: Willemijn Karsten, die beste Feldspielerin, kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe.

Triers Trainer Thomas Happe wollte zwei Punkte, "weil einer uns nicht weitergebracht hätte". Deshalb ging er volles Risiko und brachte eine sechste Feldspielerin. Der Wurf der Miezen wurde aber abgeblockt, und Bohm warf das Leder aus der eigenen Hälfte ins Trierer Netz. Zwei Sekunden reichten den Miezen dann nicht mehr, um noch etwas zu bewegen. Grenzenloser Jubel auf Sindelfinger Seite: Alle Spielerinnen begruben Bohm in einer Jubeltraube unter sich. Die Trie rerinnen ließen dagegen enttäuscht die Köpfe hängen.

DJK/MJC Trier: Vogt, Monz - Cocx (5), Popovic (6/4), Schneider (1), Karsten (7), Vallet (1), Arnosova (2), Premm (1), Derbach (0), Solic (3).

Zuschauer: 700