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Lebenszeichen zur rechten Zeit: Miezen gewinnen daheim 28:21

Andrea Czanik (Trier, blaues Trikot) wird von Hildur Thorgeirsottir (Blomberg-Lippe) unsanft von den Beinen geholt. TV-Foto: Sebastian Schwarz
Andrea Czanik (Trier, blaues Trikot) wird von Hildur Thorgeirsottir (Blomberg-Lippe) unsanft von den Beinen geholt. TV-Foto: Sebastian Schwarz
Trier. 1500 Fans sorgten für die richtige Atmosphäre, und die Miezen gaben ihnen alles zurück: Durch das 28:21 über die HSG Blomberg haben die Miezen einen lebenswichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt geschafft. Björn Pazen

Sie tanzten mit dem Maskottchen "Sportikus" übers Feld, der Fanklub stand Spalier und die Fans feierten wie schon lange nicht mehr: Der Stein, der den Miezen am Sonntagabend vom Herzen fiel, war tonnenschwer. "Jetzt dürfen wir auch Silvester feiern", sagte die überragende Carolin Schmele, nachdem die Miezen mit dem 28:21 (16:7) über die HSG Blomberg-Lippe den zweiten Saisonsieg eingefahren und den letzten Tabellenplatz verlassen hatten. "Endlich ist der Knoten geplatzt, endlich wurden wir für unsere Arbeit belohnt. All das Vertrauen in die Mannschaft und den Trainer hat sich bezahlt gemacht", jubilierte MJC-Vorstand Jürgen Brech. "Das war ein Sieg des Kopfes, das Mentaltraining machte sich bezahlt, als wir einen Durchhänger in der zweiten Hälfte hatten", meinte Schmele. Und ihr Trainer Jörn Ilper freute sich, dass "die Spielerinnen sich aus der Krise selbst rausgezogen haben" und hofft, dass "das dies die Initialzündung für deutlich mehr Punkte in der Rückrunde bedeute".

Die erste Hälfte war das Beste, was die Miezen in dieser Saison gezeigt haben. Statt des fast schon traditionellen Fehlstarts war die MJC-Abwehr von der ersten Sekunde hellwach, kaufte den Gästen den Schneid ab. Und im Angriff zeigten sie in den ersten zwölf Minuten (7:1) eine fast hundertprozentige Ausbeute. So feierten die Fans einen wohl historischen Zwischenstand: Denn nur die Älteren werden sich daran erinnern, dass die MJC einmal mit zehn Toren Differenz führte, was beim 14:4 (26.) der Fall war.
Aber nach dem 18:8 (34.) wendete sich das Blatt komplett: Trier wurde nervös, verlor in Angriff und Abwehr komplett den Faden und gab leichtfertig alles aus der Hand, was man sich erarbeitet hatte. Beim 18:16 drohte die Partie zu kippen, Ilper nahm seine Auszeit, und als Torfrau Jessica Kockler beim 19:17 einen Blomberger Strafwurf abwehrte, waren die Lebensgeister der Triererinnen wieder erweckt, das Publikum wieder die achte Frau. Und in dieser Phase war es erneut Schmele und Torfrau Verena Flöck (insgesamt 15 Paraden), die die Verantwortung übernahmen.

Spätestens beim 24:18 (53.) waren der zweite Saisonsieg und der zweite Heimsieg im Kalenderjahr 2012 unter Dach und Fach. Und weil alle Mitkonkurrenten verloren, ist das Trierer Licht im Keller wieder erleuchtet. Mit einem Sieg im nächsten Heimspiel am 5. Januar gegen den Drittletzten Metzingen kann Trier sogar die Abstiegsränge verlassen.

DJK/MJC Trier: Flöck, Kockler, Bocka - Zelmel (4), Czanik (2), Schmele (8), Vallet (3), Adeberg (3/1), Derbach (0), Solic (0), Jelicic (3/3), Cabeza (5)
Beste Torschützinnen Blomberg: Smits (6), Thomas (4), Schiedsrichter: Dinges/Kirsch, Zuschauer: 1500