Mannschaft der begrenzten Möglichkeiten

Mit einer 22:31 (11:15)-Heimniederlage gegen Leverkusen sind die Trierer Miezen in die Saison gestartet - und schon diese Partie verdeutlichte die Probleme, die die MJC in den kommenden 25 Spielen gegen den Abstieg haben wird.

 Auf verlorenem Posten: Neuzugang Triers Tessa Cocx (am Ball gegen Leverkusens Marlene Zapf) und die Trierer Miezen mussten schon zum Auftakt den harten Wind fühlen, der ihnen in der neuen Saison entgegenbläst. TV-Foto: funkbild

Auf verlorenem Posten: Neuzugang Triers Tessa Cocx (am Ball gegen Leverkusens Marlene Zapf) und die Trierer Miezen mussten schon zum Auftakt den harten Wind fühlen, der ihnen in der neuen Saison entgegenbläst. TV-Foto: funkbild

Trier. Die Realität deckt sich nicht immer mit der Erwartungshaltung, doch schon nach dem ersten Saisonspiel ist das eingetreten, was alle prophezeit hatten: Um mehr als den Klassenerhalt geht es bei der DJK/MJC Trier nicht. Abgewandelt muss man sagen: Man kann nur mit den Miezen tanzen, die man bezahlen kann. Bayer Leverkusen war keine Übermannschaft - und nach dem ersten von 26 Spielen kann man feststellen, was wohl noch häufiger gesagt werden wird: Der Gegner hatte mehr Alternativen als Trier. Dringend brauchen die Miezen die vom Vorstand versprochene erfahrene Neuverpflichtung. "Wir verhandeln", heißt es von Jürgen Brech. "Es gibt nichts Neues, es muss schließlich jemand sein, der in unser Budget passt", ergänzt sein Vorstandskollege Martin Rommel.

In der ersten Hälfte hielten die Miezen noch gut mit, wären sie nicht so häufig an Nationaltorfrau Clara Woltering gescheitert, wäre sogar eine Führung möglich gewesen. Aber dann setzte der Kraftverschleiß ein, der den mangelnden Alternativen geschuldet ist und der sich in Konzentrationsmängeln der Leistungsträgerinnen äußerte. Dies führte zu schnellen und einfachen Gegentoren, während die MJC gegen eine starke Bayer-Deckung für jeden Treffer viel Kraft investieren musste - Kraft, die dann auch in der Defensive fehlte. "Wir haben nicht so gespielt, wie wir es können", sagte Rückkehrerin Jana Arnosova. "Es war enttäuschend, nicht nur die Höhe der Niederlage, sondern auch die Art und Weise", brachte es Neuzugang Tessa Cocx auf den Punkt: "Es waren am Ende nur noch Einzelaktionen, gepaart mit fehlender Konzentration." Aber es waren vor allem die beschränkten Möglichkeiten, die dieser Miezen-Kader hat.

Schon Mitte der zweiten Hälfte war die Partie entschieden, aber eines muss man den Miezen hoch anrechnen: Sie haben bis zum Ende gekämpft, ernteten dafür auch den Applaus der rund 900 Zuschauer. "Die Partie hat uns gezeigt, woran wir arbeiten müssen", sagte Trainer Happe - entscheidender ist aber, mit wem er arbeiten kann. Ob die Miezen den Klassenerhalt schaffen, dazu wollte sich Bayer-Trainerin Renate Wolf nicht äußern: "Ich muss erst die anderen sehen." Zu diesen anderen Abstiegs-Konkurrenten zählt Aufsteiger Bietigheim. Dort gastieren die Miezen am Sonntag - und dort steht die MJC schon unter Druck, wie nicht nur Arnosova meint: "Dort müssen wir unbedingt gewinnen."

DJK/MJC Trier: Monz, Vogt - Popovic (5/2), Schneider (n.e.), Karsten (6/2), Pütz (1), Vallet (3), Arnosova (1), Premm (n.e.), Derbach (0), Solic (3), Lennartz (n.e.)

Bayer Leverkusen: Woltering, Glaser - Byl (2), Zapf (3), Egger (4), Hambitzer (1), Krüger (3), Garcia-Almendaris (2), Loerper (5/2), Bönighausen (1), Glankovicova (3), Steinbach (6), Jochin (1)

Schiedsrichter: Brauer/Holm, Z: 902