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Miezen aus Bundesliga abgestiegen

Miezen aus Bundesliga abgestiegen

Nach 13 Jahren in der Frauen-Handball-Bundesliga sind die Trierer Miezen am Samstagabend abgestiegen - ohne eigenes Zutun. Der TuS Metzingen, Hauptkonkurrent um den zweiten Abstiegsplatz hat mit 22:19 (10:7) gegen den FHC Frankfurt/Oder gewonnen – und kann von den Miezen zwei Spieltage vor Saisonende nicht mehr überholt werden.

Metzingen liegt jetzt mit vier Punkten vor Trier - rein rechnerisch könnte die MJC somit aufschließen, aber die Triererinnen habne eine um jetzt 82 Tore schlechte Tordifferenz als Aufsteiger Metzingen, und die ist entscheidend bei Punktgleichheit.

Metzingen musste lange um den alles entscheidenden Sieg zittern, denn nach einer 9:3-Führung lief bei den Schwaben gar nichts mehr. Frankfurt/Oder kam auf 10:13 zur Pause heran und glich beim 15:15 eine Viertelstunde vor Spielende erstmals aus. Durch einen energischen Schlussspurt sicherte sich Metzingen dann aber den Erfolg und den Klassenerhalt.

Somit geht es für die Miezen in den beiden abschließenden Spielen am 27. März gegen das am Samstag ebenfalls definitiv abgestiegene Schlusslicht HSG Bad Wildungen und am 30. März in Blomberg nur noch um die goldene Ananas.

Ausgerechnet in ihrer 13. Bundesligasaison in Folge erwischte es die Miezen, die in den drei vergangenen Spielzeiten den Klassenerhalt jeweils am letzten oder vorletzten Spieltag gesichert hatten. Aber schon bei der 26:34-Niederlage am Mittwochabend gegen Leverkusen hatten nur noch wenige Fans die Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Nun wird wohl der nächste Neuaufbau anstehen, inwieweit der aktuelle Kader auch in der 2. Liga bleibt, ist offen. Gleiches gilt für die Trainerfrage - aber über alle diese Personalien wird die neue Vereinsspitze wohl in den kommenden Tagen sprechen.

In der laufenden Saison gelangen den Triererinnen nur zwei Siege - zum Start in Metzingen und im Dezember zu Hause gegen Blomberg. Hinzu kamen bislang drei Remis (in Leipzig, gegen Frankfurt/Oder und gegen Metzingen) und 15 - teilweise überaus deutliche - Niederlagen. Trier hat die mit Abstand schwächste Abwehr der Liga. Bei der Suche, wo die Miezen die entscheidenden Punkte liegengelassen haben, wird man vorrangig bei der Niederlage in Bad Wildungen (einziger Sieg des Schlusslichts) sowie bei den beiden Niederlagen gegen Aufsteiger Koblenz/Weibern fündig werden.

Ausgerechnet am Ostersamstag wird das vorerst letzte Bundesligaspiel der Miezen sein, am Ostersamstag 2000 hatte es nach einem Sieg gegen Göppingen die große Aufstiegsparty gegeben.

Chronologie der Miezen

1994: Zweitliga-Aufstieg unter Trainer Wolfgang Rommel

1996: Mit Elena Vereschako verpflichtet die MJC ihre erste Profispielerin

1997: Der nächste Transfer-Coup: die dreifache Weltmeisterin Svetlana Minewskaja kommt nach Trier

1999: Unternehmer Edmund Krix wird Hauptsponsor

2000: Bundesliga-Aufstieg, die Champions-League-Siegerin Svetlana Mozgowaja sowie Anja Althaus werden verpflichtet

2001: Nach 20 Jahren hört Wolfgang Rommel als Miezen-Trainer auf, sein Nachfolger ist Ex-Bundestrainer Dago Leukefeld, erste Europapokal-Teilnahme, Maren Baumbach und Alexandra Gräfer verstärken die Mannschaft

2003: Die Miezen werden erstmals deutscher Meister machen ihr Meisterstück mit einem Sieg gegen Leverkusen am 4. Mai perfekt - ihrem letzten Spiel in der Wolfsberghalle. Danach verlieren sie hauchdünn das Pokalfinale, im letzten Saisonspiel gegen Frankfurt/Oder kommen über 3000 Fans in die neue Miezen-Heimstatt in die Arena

2004: Die Miezen spielen in der Champions League. Nach Ende der Saison der Saison geht Leukefeld, sein Co-Trainer Wolfgang Reckenthäler wird sein Nachfolger. Mäzen Krix hört auf

2005: Beim letztlich verlorenen Finalrückspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Nürnberg kommen 4500 Fans in die Arena - die gfrößte Handballkulisse aller Zeiten in Trier. Reckenthäler muss im Herbst wegen einer Lebertransplatation abtreten, Mane Skercevic übernimmt die Miezen

2007: Die Topstars Althaus, Baumbach, Gräfer und Steinbach verlassen die Miezen - und auch Skercevic geht, für ihn kommt der Slowake Michal Lucacin

2009-2012: Unter verschiedenen Trainern wie Ildiko Barna, Thomas Happe und erneut Dago Leukefeld gelingt immer erst kurz vor Toresschluss der Bundesliga-Klassenerhalt, zudem hat der Verein mehrfach erhebliche finanzielle Probleme, wird zweimal gerade noch so von Sponsoren gerettet, Spielergehälter werden über Monate hinweg nicht bezahlt

2013: Abstieg aus der Bundesliga nach 13 Jahren