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Miezen beantragen Lizenz, Altlasten noch nicht abgebaut

Miezen beantragen Lizenz, Altlasten noch nicht abgebaut

Die DJK/MJC Trier hat am Donnerstag die Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison beantragt. Alle Unterlagen seien an den Ligaverband HBF geschickt worden. Nun muss die MJC schnellstmöglich alle Altlasten abbauen - eine Auflage, um die Lizenz auch zu erhalten.

"Auf eine solche Saison haben wir keine Lust mehr." Miezen-Vorstand Martin Rommel war sichtlich erleichtert, als sein Verein am Donnerstag bekanntgeben konnte, dass trotz finanzieller Probleme die Lizenz für eine weitere Bundesligasaison beantragt wurde. "Uns war wichtig, dass wir von den aktuellen Sponsoren, von der Stadt Trier sowie der regionalen Wirtschaft insgesamt ein Bekenntnis zu den Miezen erhalten haben - und es war ein ganz klares Votum", sagte Rommel: "Wenn wir uns nicht sicher gewesen wären, dass wir alle Altlasten fristgerecht abbauen könnten, hätten wir überhaupt keine Lizenz beantragt."

Kader noch völlig offen



Noch sind die ausstehenden Gehaltszahlungen an die Mannschaft und Trainer Thomas Happe allerdings nicht überwiesen worden, weil das Geld noch nicht vorhanden ist. Aber: Das Lizenzierungsverfahren gibt den Miezen bis zur finalen Entscheidung des Ligaverbands HBF Luft, um alle Auflagen - sprich Zahlungen - zu erfüllen. "Der Verein muss alle Verbindlichkeiten auflisten und zugleich einen Plan vorlegen, wie diese in einem überschaubaren Zeitrahmen abgebaut werden können. Und diese Auflage wird die MJC im Rahmen des Lizenzverfahrens bekommen", bestätigte HBF-Präsident Berndt Dugall dem TV. Diese Altlasten bewegen sich laut TV-Informationen bei 60 000 bis 80 000 Euro.

Für Rommel war der sportliche Klassenerhalt vergangenen Samstag "alles-entscheidend", denn: "Die 2. Liga wäre für uns keine Alternative gewesen." Gleichzeitig arbeitet der Vorstand aber schon am Etat für die kommende Saison. Wie hoch dieser sein wird, steht laut Rommel noch nicht fest: "Das hängt natürlich vom Personal ab. Viel Spielraum für Einsparungen gibt es allerdings nicht." In der laufenden Saison liegt das Budget bei einer vom Verein unbestätigten mittleren sechsstelligen Summe. Laut Rommel haben einige Sponsoren bereits ihre Verträge verlängert.

Happes Vertrag bis 2012



Mit welchem Kader die MJC in ihre dann zwölfte Bundesliga-Saison geht, ist noch völlig offen. Mit allen Spielerinnen, die sich nach dem erfolgreichen Abschluss der "Mission Klassenerhalt" in einem einwöchigen Urlaub befinden, wurde bereits gesprochen, nur Anna Monz und Megane Vallet haben einen Kontrakt bis 2012, alle anderen Verträge laufen aus. Trainer Thomas Happe besitzt ebenfalls noch einen Vertrag bis 2012, aber auch mit ihm wird gesprochen werden.

"Wir machen jetzt einen Schritt nach dem anderen", sagt Rommel - und das betrifft auch die 2. Mannschaft, die in der 3. Liga derzeit gegen den Abstieg kämpft. Ob sie abgemeldet wird oder weiter am Start bleibt, soll sich ebenfalls in den kommenden Wochen entscheiden. Rommels Fazit der vergangenen Tage: "Wir sind entscheidende Schritte vorangekommen, haben aber noch einige Arbeit vor uns, damit der Erstliga-Handball in Trier auch für die Zukunft gesichert werden kann." BP

DAS SAGT DIE STADT



"Im Hintergrund versuche ich seit über einer Woche durch meine Kontakte ideell zu helfen und werbe für die Miezen. Ich hoffe, dass es bei dem ein oder anderen fruchtet und er sich überlegt, dem Verein zu helfen", sagte Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen gesterndem TV, fügte aber auch an: "Als Stadt sind uns natürlich die Hände gebunden, was eine direkte finanzielle Unterstützung der Miezen betrifft. Erstens sind die Kassen leer, zweitens dürften wir es überhaupt nicht." Jensen hofft, dass die "Sportstadt Trier" auch weiterhin Erstliga-Handball bieten kann: "Für uns als Stadt wäre es wunderbar, wenn die Miezen in der Bundesliga bleiben, natürlich auch vom Image her." BP