| 18:10 Uhr

Handball
Die Miezen kämpfen, die Bären feiern

FOTO: MJC
TRIER. Handball: Die Miezen bieten Spitzenreiter Ketsch lange Paroli, aber leisten sich beim 26:30 wie so oft einen Aussetzer.

Manchmal genügt es, wenn Bären 20 Minuten ihre Krallen zeigen, um Miezen aus dem Konzept zu bringen. Am Sonntagmittag war dies die Erkenntnis des tierischen Duells zwischen Trierer Miezen und Kurpfalz-Bären in der 2. Frauen-Handball-Bundesliga. 26:30 (14:16) hieß es aus Trierer Sicht gegen den Spitzenreiter, und von dessen Trainerin gab es viel Lob für ihren Ex-Verein: „Da mache ich keinen Hehl draus, dass es immer wieder besonders ist, nach Trier zurückzukommen. Und die Miezen haben 60 Minuten lang toll gekämpft, haben uns anfangs das Leben richtig schwer gemacht.“ Kate Schneider startete ihre Karriere bei den Miezen, unter deren aktueller Trainerin Elena Vereschako. Und die gab das Lob zurück: „Kate macht eine Superarbeit in Ketsch. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie auch aufsteigt.“

Nachdem am Samstagabend Aufsteiger Harrislee sensationell gegen Zwickau gewonnen hatte, starteten die Miezen das Duell gegen den Tabellenführer am Sonntagmittag als Schlusslicht. Dieser Unterschied war in den ersten 25 Minuten sowie in der Schlussphase überhaupt nicht zu sehen.  Dank der Paraden von Torfrau Melanie Eckelt sowie der starken Leistungen von Linsey Houben und Dovile Ilciukaite (zusammen elf von 14 Trierer Toren vor dem Seitenwechsel, insgesamt zusammen 17 Tore) führte die MJC überraschend 9:7 (20.). Die rund 725 Zuschauer – darunter 300 von der Sparkasse eingeladene Schüler und Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe - waren aus dem Häuschen, die Bären waren anfangs gezähmt.

Aber Ketsch kämpfte sich zurück, drehte die Partie noch vor der Pause, aber das 14:16 war aus Sicht der Miezen immer noch alle Ehren wert. Doch was die Triererinnen dann 16 Minuten lang boten, zeigte genau, warum sie Tabellenletzter sind. Immer wieder leistet sich die MJC diese Durchhänger, eine Schwächeperiode, die den Gegner aufbaut. In der Defensive gelang den Miezen nichts mehr, jeder Wurf des Tabellenführers war ein Treffer. Auf der anderen Seite vergab die MJC eine Chance nach der anderen, wirkte komplett saft- und kraftlos. Beim 18:27 (46.) drohte den Miezen ein echtes Debakel. „Wir leisten uns immer wieder diese Aussetzer, da hat uns die Kraft gefehlt, wir waren nicht konzentriert genug. Mit ein paar mehr Alternativen auf der Bank wäre da mehr drin gewesen“, sagte Vereschako, und schob gleich nach: „Einen Vorwurf kann ich der Mannschaft nicht machen, Hut ab für diese Leistung.“

Denn die Achterbahnfahrt nahm nochmals eine überraschende Wendung: Die Bären hakten die Partie zu früh als gewonnen ab, waren nicht mehr so konzentriert. Die Miezen-Fans waren wieder da, pushten ihre Mannschaft nach vorne. Fünf Minuten vor dem Ende startete die MJC ihre Aufholjagd. Hätte Trier beim Spielstand von 25:30 nicht drei hundertprozentige Chancen vergeben, sondern verwandelt, wäre in diesem verrückten Spiel vielleicht sogar noch ein Punkt möglich gewesen.

So aber glückte nur noch ein Treffer – und nach dem 26:30 haben die Bären 18:0 Punkte auf dem Konto und die Miezen sind weiter Schlusslicht. „Wenn wir aber so weiter spielen wie heute, dann werden wir uns auch da unten rauskämpfen können“, ist sich Vereschako sicher

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Petrovska, Sattler, Ilciukaite (7/1), Houben (10/7), Czanik, Tolic (1), Szabo (1), Zrnec (3), Simon-Varga (4) – Beste Werferin Ketsch: Fackel (10/2)