Miezen: Nach der Siegesfeier nun Tag und Nacht auf Trainersuche

Miezen: Nach der Siegesfeier nun Tag und Nacht auf Trainersuche

Nach dem sportlichen Befreiungsschlag können sich die Miezen nicht zurücklehnen. Bis Donnerstag muss ein Nachfolger für Interimstrainer Dago Leukefeld gefunden sein. Vielleicht bleibt der Thüringer noch für ein weiteres Spiel bei der MJC.

Trier. Es war eine lange Siegesfeier in der vorletzten Nacht des Jahres. Die Miezen-Spielerinnen saßen noch lange zusammen - in der Mitte Dago Leukefeld, der mit dem 28:24 über den neuen Tabellenletzten SVG Celle geschafft hatte, was seinem Vorgänger Thomas Happe in acht Spielen zuvor nicht gelungen war: zwei Punkte zu holen. Und für die Miezen gab es nach dem ersten Saisonerfolg vor allem eines, Überzeugungsarbeit leisten. Mit aller Macht versuchten die Spielerinnen Leukefeld zu überreden, zumindest noch beim Spiel in Göppingen am Donnerstag auf der Bank zu sitzen. Eigentlich hatte der Thüringer nur für die Partie gegen Celle als Trainer zugesagt, sich nach dem Sieg von den Fans verabschiedet: "Ich habe andere Verpflichtungen."
Am Samstagmorgen saß Leukefeld mit dem MJC-Vorstand zusammen - und bot Unterstützung an: "Ich helfe dem Verein bei der Trainersuche. Wenn das bis Donnerstag nicht gelingt, müssen wir uns noch mal Gedanken machen. Es soll keinen Schnellschuss geben." Zwischen den Zeilen deutet sich also an, dass Leukefeld im nächsten Abstiegsduell noch mal die Kohlen aus dem Feuer holen will. "Mir hat die Arbeit mit der Mannschaft Freude gemacht", sagte der frühere Trierer Meistermacher. MJC-Vorstand Martin Rommel bestätigte, dass "wir Tag und Nacht auf der Suche nach einer langfristigen Lösung sind". Nicht einspringen wird derweil Elena Vereschako, die langjährige Trainerin der zweiten MJC-Mannschaft, die sich derzeit in Elternzeit befindet: "Ich habe einen 13-monatigen Sohn, das geht nicht." MJC-Vorstand Jürgen Brech betont: "Es bringt nichts, über Namen zu spekulieren."
Nach dem Sieg über Celle zieht Rommel "den Hut vor der Mannschaft" - und die war absolut erleichtert: "Unglaublich schwer" sei der Stein gewesen, der ihr vom Herzen gefallen ist, betonte die französische Linksaußen Megane Vallet, die nun auf eine Fortsetzung hofft: "Natürlich ist es schwer, in Göppingen zu gewinnen, aber wenn wir so spielen wie bei unserem Lebenszeichen gegen Celle, wäre das die halbe Miete." Mit fünf Punkten liegen die Schwaben nur drei Zähler vor der MJC, hatten am Freitag aber ein beachtliches 28:30 bei Vizemeister Buxtehude erreicht.
Begeistert waren Interimstrainer Dago Leukefeld und Spielerinnen von der Atmosphäre in der Arena: Die 1800 Fans standen gegen Celle hinter den Miezen. "Wenn man das sieht, kann man sich nur wünschen, dass Frauenhandball in Trier weiter Bestand hat", meinte Leukefeld, und Brech ergänzt: "Unsere Spiele werden von den Fans in Trier angenommen, darauf können wir zählen." Und Vallet verspricht: "Alleine für diese tollen Fans werden wir weiterkämpfen." BP

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