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Miezen: Niederlage, Letzter und Blaue Karte

Handball : Erst Rot, dann Blau: Schon wieder fliegt Miezen-Slowenin vom Feld

Handball: Trier nach 23:31 in Waiblingen Tabellenletzter, Maja Zrnec droht jetzt eine Sperre.

Ist Maja Zrnec ein Rüpel? Schaut man sich die Spielprotokolle der vergangenen beiden Miezen-Partien an, muss man dies glauben: Direkte Rote Karte vergangenen Sonntag in Herrenberg, gar die Blaue Karte (siehe Extra) am Samstagabend in Waiblingen. Nun droht der 30-jährigen Slowenin sogar eine Sperre, mindestens für das nächste Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen Werder Bremen.

Wie schon eine Woche zuvor stellt sich Miezen-Trainerin Elena Vereschako vor Zrnec: „Die Rote Karte in Herrenberg war ein Witz, und in Waiblingen hat der Schiedsrichter sie wohl missverstanden.“ Was war geschehen: Bereits in der siebten und 18. Minute erhält Maja Zrnec Zwei-Minuten-Zeitstrafen, weiß dann genau: noch einmal zwei Minuten, und ich muss auf die Tribüne. Was dann in der ominösen 34. Minute passiert, schildert Vereschako so: „Wir sind im Angriff, Maja wird gefoult, aber der Schiedsrichter pfeift nicht. In der Rückwärtsbewegung weist Zrnec den Schiedsrichter auf das Foul hin, der interpretiert das anders, glaubt, die Slowenin habe ihm einen Vogel gezeigt. Schiedsrichterbeleidigung, Blaue Karte mit Bericht, Spielende für Zrnec. Die Trierer Bank protestiert, erhält dafür gleich noch eine Zeitstrafe, die MJC muss zwei Minuten in doppelter Unterzahl spielen. „Natürlich haben wir nach dem Spiel sofort Protest eingelegt“, sagt Vereschako, die hofft, dass Zrnec nicht gesperrt wird.

War die Rote Karte gegen Zrnec vor einer Woche noch spielentscheidend, schließlich führte Trier deutlich und kam am Ende nur zu einem Remis, war die Partie in Waiblingen eigentlich schon entschieden, als Zrnec dieses Mal vom Feld flog, denn Trier lag 9:16 hinten. „70 Prozent aller unserer Gegentreffer waren Gegenstoßtore, genau davor hatte ich die Mannschaft eingestellt, hatte sie gewarnt“, sagte Vereschako nach dem 23:32 (7:14), einem erheblichen Rückschlag, nachdem es zuletzt leicht aufwärts gegangen war mit der MJC.

Bereits nach zehn Minuten, beim 1:5, nahm sie ihre erste Auszeit. Danach kam ihre Mannschaft zwar zwischenzeitlich zu mehr Toren, am deutlichen Rückstand änderte sich allerdings nichts mehr. Nach dem 9:6 (24.) steigerte sich Waiblingen in der Abwehr, ließ bis zur Pause nur noch einen Treffer zu und hatte beim Halbzeitstand von 14:7 bereits für eine Vorentscheidung gesorgt.

Der Angriff blieb auch nach dem Seitenwechsel die Trierer Problemzone, es dauerte 37 Minuten, bis der zehnte Treffer gelang. Insgesamt verwarf die MJC alleine vier Siebenmeter. Kurze Zeit später sorgte ausgerechnet die luxemburgische Ex-Mieze Tina Welter mit dem 22:12 für die erste zweistellige Differenz gegen die komplett chancenlosen Triererinnen. Der größte Abstand waren zwölf Treffer beim 14:26. „Wir haben zu viele Chancen ausgelassen, am Ende hat uns wieder mal die Kraft gefehlt angesichts des hohen Tempos, das Waiblingen gegangen ist“, sagte Vereschako.

Somit warten die Miezen auch nach fünf Zweitliga-Spieltagen auf ihren ersten Sieg, bleiben mit einem Punkt Tabellenletzter. Am Sonntag gegen Bremen (drei Punkte) muss ein Sieg her – egal, ob mit oder ohne Zrnec. Beste Werferin gegen Waiblingen war erneut die Niederländerin Linsey Houben mit acht Treffern, insgesamt hat sie nun bereits 30 Tore auf ihrem Konto.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt - Petrovska (0), Sattler (0), Ilciukaite (1), Houben (8/1), Czanik (5), Tolic (1), Szabo (5/2), Zrnec (0), Simon-Varga (3) - Beste Werferinnen Waiblingen: Texeira, Gruber (je 5)