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Miezen-Trainer Thomas Happe zurückgetreten

Thomas Happe.
Thomas Happe. FOTO: Archiv/Funkbild
Trier. Am Dienstagabend hatte Miezen-Trainer Thomas Happe gegenüber dem Trierischen Volksfreund „Konsequenzen“ angedroht, schon am Mittwochmorgen steht sein Entschluss fest: Der frühere Nationalspieler ist mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurückgetreten. Hintergrund sind die finanziellen Probleme des Handball-Bundesligisten. Björn Pazen

Spielerinnen und Happe haben seit September keine Gehälter mehr erhalten. "Jetzt ist Schluss", sagte der Trainer dem TV, "der Verein hat zahllose Fristen verstreichen lassen."

Wie die DJK/MJC Trier per Pressemitteilung verkündet hat, soll im Laufe des Mittwochs bereits eine Interimslösung für das entscheidende Spiel im Abstiegskampf gegen Celle am Freitag (19.30 Uhr, Arena) bekannt gegeben werden. Am Dienstagabend hatte Happe im Beisein von Miezen-Vorstand Jürgen Brech der Mannschaft seine Entscheidung mitgeteilt - diese reagierte nach TV-Informationen geschockt und überrascht.

Im Gegensatz zu ihrem Trainer werden die Spielerinnen am Freitagabend antreten. "Wir werden spielen", sagte die derzeit verletzte Spielführerin Silvia Solic dem TV, "auch wenn es unter diesen Umständen natürlich nicht einfach ist. Aber wir haben immer noch die Chance, den Klassenerhalt zu schaffen." Trier und Celle stehen nach acht Spielen mit jeweils 0:16 Punkten gemeinsam am Tabellenende. Nur eine Mannschaft steigt ab, weil schon vor dem Saisonstart die Kickers Sindelfingen ihre Mannschaft aus finanziellen Gründen zurückgezogen hatten.

Happe war im Januar 2010 als Nachfolger von Ildiko Barna Miezen-Trainer geworden und hatte die MJC zweimal zum Klassenerhalt in der Bundesliga geführt. Der MJC-Vorstand zu dessen Rücktritt: "Dieser Schritt steht ihm natürlich zu, schließlich lebt er von diesem Job. Dennoch ist es für uns natürlich ein denkbar schlechter Zeitpunkt gewesen."

Nach Aussage der MJC-Vorstände Brech und Rommel im TV soll am heutigen Mittwoch eine Sponsorenzahlung eingehen, mit der die Gehälter für September und Oktober beglichen werden sollen. Danach erhofft sich der Verein eine positive Nachricht eines Großsponsors, der seine weitere Zahlung an den Eingang der ersten Summe geknüpft hatte.

Nach TV-Informationen fehlen den Miezen über 150.000 Euro, um den Saisonetat zu decken. Erst im April hatten mehrere Sponsoren den Verein durch eine Zahlung von 150.000 Euro vor einer Insolvenz gerettet - und so für die Erteilung der Bundesliga-Lizenz gesorgt. Stellt ein Verein während der Saison einen Insolvenzantrag, steht er als Absteiger fest, wenn nicht bis zum Zeitpunkt der Lizenzerteilung das Verfahren erfolgreich beendet wurde.