Miezen-Trainerin Elena Vereschako ist nach Bekanntwerden der Insolvenz maßlos enttäuscht

Frauen-Handball : „Ich kann keine Wunder vollbringen“

Sichtlich bewegt betritt Elena Vereschako etwa 45 Minuten nach der Heimniederlage gegen die SG Kirchhof (29:37) den Vip-Bereich in der Arena. Die sehr ehrgeizige Weißrussin hat der durch das Insolvenzverfahren besiegelte sportliche Abstieg der Trierer Zweitliga-Handballerinnen hart getroffen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit den Miezen absteigen werde“, sagt die 46-Jährige leise.

Eigentlich war sie vor der Saison als Trainerin nach Trier zurückgekehrt, um bei den Miezen einen Neuaufbau einzuleiten. Der wird nun ganz anders als gedacht fällig – steht die Weißrussin, die einen Vertrag bis 2020 allerdings nur für die zweite Liga besitzt, dafür überhaupt bereit? „Ich würde bleiben, wenn wir eine richtige Mannschaft zusammenstellen können und nicht wieder gegen den Abstieg spielen müssen“, sagt Vereschako, die nicht ganz bei Null anfangen möchte. Was ist aus ihrer Sicht in dieser Saison schief gelaufen?

„Die aktuelle Situation ist schon schlimm, wenn man sieht, welche Möglichkeiten die Miezen hatten mit dem Sportinternat. Aber das wurde leider nicht gepflegt, es wurde nichts gemacht. Sonst würde es heute anders aussehen.“ Aus Sicht Vereschakos könnte man auch schnell wieder nach oben kommen, wenn man sich das Beispiel Leipzig ansehe: „Dort kommen aus dem Internat die Talente her, aber wir haben kein Internat mehr.“

In dieser Saison vermisst die 46-Jährige die willensstarken Routiniers in ihrer Mannschaft. Deswegen würde sie für einen Neuaufbau auch nur zwei oder drei Spielerinnen behalten wollen. Zudem war der Kader viel zu klein, angedachte Neuzugänge blieben aus. „Ich weiß nicht, was sie von mir erwartet haben. Ich kann keine Wunder vollbringen.“ Geärgert hat sie, dass die erste und zweite Mannschaft häufig parallel gespielt haben, „so konnte ich nur zwei oder drei Spiele der Zweiten selbst sehen“. Sie will nun noch „die eine oder andere Spielerin aus der 2. Mannschaft oder der B-Jugend in den letzten Spielen einsetzen, um sie Bundesliga-Luft schnuppern zu lassen. Da gibt es schon einige Talente wie zum Beispiel Hannah Braun“. Das wäre für die Miezen-Trainerin der richtige Schritt, „junge Leute aufzubauen und mit ihnen wieder aufzusteigen“.

Momentan überwiegt aber die Enttäuschung bei Vereschako: „Ich bin sehr traurig, dass es so zu Ende geht. Wir wollen aber die Saison sportlich gut zu Ende bringen.“

Mehr von Volksfreund