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Miezen verlieren Schicksalsspiel im Abstiegskampf

Miezen verlieren Schicksalsspiel im Abstiegskampf

Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg sind die Trierer Handball-Miezen wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen: Am Samstagabend unterlagen sie in heimischer Halle mit 24:32 (12:14) gegen Aufsteiger SVG Celle und bleiben Tabellenletzter.

Nicht einmal 15 Tore der 50 Minuten lang überragenden Katrin Schneider reichten, um den ersten Heimsieg perfekt zu machen.

Die Erwartungshaltung nach dem 29:27 gegen Koblenz war riesig, die Arena war sehr gut gefüllt - und umso größer war am Ende die Enttäuschung nach der Niederlage. Seit dem 17. Mai (27:25 gegen Göppingen) warten die Trierer Fans nun auf einen Heimsieg - und die nächste Möglichkeit ergibt sich erst wieder 2015, wenn am 17. Januar mit Bad Wildungen der nächste Aufsteiger zu Gast.

Jana Arnosova war völlig enttäuscht: "Celle hat verdient gewonnen, wir hatten unsere Chancen, aber haben sie nicht genutzt. Wir konnten nicht an die Leistung von letzter Woche anknüpfen. Ich weiß nicht warum, wir waren heiß auf das Spiel. Als es eng war, haben wir die Partie aus der Hand gegeben, das war unsere Schuld."

Die erste Überraschung hatten die rund 900 Fans schon vor dem Anpfiff erlebt, denn völlig überraschend wärmte sich Kapitänin Megane Vallet mit der Mannschaft auf. Nach ihrem im April erlittenen Kreuzbandriss sollte sie eigentlich erst im Januar zurückkehren - saß dann aber bis zum Schluss auf der Bank und wurde nicht eingesetzt.

Vor den Augen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihrem Mann, Triers Noch-Oberbürgermeister Klaus Jensen, taten sich die Miezen im Angriff sehr schwer. Viel Würfe wurden überhastet abgeschlossen, vor allem die beim 29:27-Sieg in Koblenz überragende Maxime Struijs hatte einen schwarzen Tag - und kam ab Mitte der zweiten Hälfte nicht mehr zum Einsatz. Gut, dass die Miezen auf Katrin Schneider zählen konnten. Die letztjährige Bundesliga-Torschützenkönigin erzielte die ersten sechs (!) MJC-Treffer, hatte zur Pause schon acht Tore auf ihrem Konto, am Ende waren es sensationelle 15.

Dennoch lag die MJC nie in Führung, Celle war im Angriff effektiver, hatte die bessere Spielanlage, spielte viel geduldiger. Vor allem Renee Verschuren war die Ruhe selbst, sogar als Zeitspiel angezeigt war, hatte sie die Übersicht zu treffen.

Im Gegensatz zum Spiel in Koblenz fanden die Miezen nicht ihren Rhythmus im Angriff, nur in den ersten 30 Minuten stand die Abwehr gut. Beim 5:8 betrug der Trierer Rückstand in diesem Schicksalsspiel erstmals drei Treffer, und obwohl man sich zwischenzeitlich immer wieder heran kämpfte, gelang es vor dem Seitenwechsel nicht die Partie zu drehen.

Und gleich nach dem Seitenwechsel wurde es noch schlimmer: Trier handelt es sich binnen weniger Sekunden eine doppelte Unterzahl (unter anderem eine von zwei Zeitstrafen wegen Meckerns für Spielerin Cristina Cabeza) ein, Celle setzte sich auf 17:12 ab - und diesem Rückstand liefen die Miezen dann permanent hinterher, diese drei Tore brachen ihnen das Genick.

Auch die Einwechslung von Cabeza sorgte bei den platten Miezen nur für wenig Entlastung - warum das Trainergespann trotz einer prallvollen Bank nicht mehr wechselte, bleibt ihr Geheimnis. Zudem bekamen alle drei eingesetzten Trierer Torfrauen in Hälfte zwei keinen Ball mehr zu fassen - im Gegensatz zur früheren Miezen-Torfrau Turid Arndt, die mit 14 Paraden zu Celles Matchwinnern zählte. Spätestens beim 20:26 war die Messe gelesen - Trier geht mit nur zwei Punkten aus neun Spielen in die EM-Pause - und musste am Samstag einsehen, dass selbst der Aufsteiger personell besser und breiter besetzt ist.

Statistik: DJK/MJC Trier - SVG Celle 24:32 (12:14)
DJK/MJC Trier: Flöck, Kockler, Vogt - Sattler (2), Backhed (0), Mohr (n.e.), Schneider (15/7), Houben (0), Czanik (2), Vallet (n.e.), Kordel (n.e.), Derbach (0), Struijs (0), Solic (n.e.), Garcia-Almendaris (2), Cabeza (2)
SVG Celle: Arndt, Kemmer - Duevel (4), Verschuren (9/1), E. Schulz (3), Smit (1), Robben (3), Ahrens (0), Wagenlader (0), Szücs (2/2), Kiedrowski (3), Cardoso (2), K. Schulz (3), Büttner (2), Dybul (0)
Schiedsrichter: Hörath/Hoffmann, Zuschauer: 900
Zeitstrafen: Trier: 12 Minuten (Cabeza/4, Czanik/4, Houben, Backhed)/Celle: 14 Minuten Verschuren/4, E. Schulz/4, Ahrens, Smit, Szücs
Siebenmeter: Trier 9/7, Celle 4/3
Beste Spielerinnen: Schneider/Verschuren, Arndt