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Miezen verpassen Gunst der Stunde

Miezen verpassen Gunst der Stunde

Da war mehr drin: Die 22:28-Niederlage gegen den Tabellenzweiten HC Leipzig hört sich für die Handball-Miezen gut an - aber Trier ließ gegen arg dezimierte Gäste eine große Chance auf Punkte liegen.

Trier. Nackte Zahlen spiegeln nicht immer die ganze Wahrheit wider. Nimmt man das Hinspielergebnis der Trierer Miezen beim HC Leipzig (12:35) und vergleicht es mit dem 22:28 (9:13) im Rückspiel am Samstag, müsste man von einer deutlichen Steigerung und einem achtbaren Resultat ausgehen. Aber dem war nur teilweise so. Nie wäre es für die MJC von der Papierform einfacher gewesen, den Tabellenzweiten zu schlagen, aber die Miezen nutzten die Gunst der Stunde nicht. Sieben Leipziger Stammspielerinnen waren ausgefallen, kurzfristig fehlten auch noch Kapitänin Karolina Kudlacz (verletzt) und WM-Torschützenkönigin Susann Müller (erkrankt). "Man kann gegen den HC Leipzig auch in dieser Konstellation verlieren, aber nicht so", meinte MJC-Vorstand Jürgen Brech.Denn: Den Miezen fehlten das Feuer und die Leidenschaft, aber auch eine Anführerin - genau das, was sie bei den beiden vorherigen Siegen gegen Koblenz/Weibern und Bensheim ausgezeichnet hatte. Aus dem Rückraum kam zu wenig, vor allem Top-Torjägerin Katrin Schneider blieb blass, zudem hatten die Torfrauen einen rabenschwarzen Tag. "Wir haben nicht so gekämpft wie zuvor", sagte auch Kreisläuferin Andrea Czanik: "Wir hätten den Klassenerhalt fast schon perfekt machen können, aber es sollte nicht sein." In diesen Kanon stimmte auch Co-Trainerin Jana Arnosova ein: "Wir haben nicht alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Angesichts der vielen Verletzten auf Leipziger Seite hatten wir uns deutlich mehr erhofft." Dank des starken Rückraumduos Saskia Lang/Anne Hubinger (neun der 13 HCL-Treffer vor dem Wechsel, 16 insgesamt) setzte sich Leipzig schnell auf 7:3 ab, nach dem Halbzeitstand von 9:13 brauchte Trier sieben Minuten, um das erste Tor zu erzielen - doch da war der HCL schon auf 16:9 weggezogen. Und als sich bei Trier ein Fehlpass an den nächsten reihte, bei den Würfen die Präzision noch weiter nachließ und Hubinger mit ihrem achten Treffer das 24:15 erzielte, war endgültig klar, dass der Leipziger Kindergarten die Punkte mit nach Hause nehmen würde. Schade für die MJC, die in den Schlussminuten das Ergebnis noch etwas "aufhübschen" konnte - mit einer Leistung wie vor Wochenfrist gegen Weibern wäre ein Erfolg machbar gewesen. "Ja, da war mehr drin", meinte Czanik. Bereits am Mittwoch geht es für die Miezen weiter - mit dem ersten von vier aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen bei Bayer Leverkusen. "Vielleicht holen wir ja dort einen Punkt, den wir gegen Leipzig nicht geholt haben", sagt Czanik. DJK/MJC Trier: Vogt, Flöck, Kockler - Pötters (n.e.), Irsch (n.e.), Sattler (n.e.), Garcia-Almendaris (3), Mohr (0), Schneider (6/3), Czanik (3), Vallet (2), Adeberg (2), Pilmayer (4), Kordel (n.e.), Derbach (1), Kroyer (1) HC Leipzig: Herrmann, Roth - Visser (1/1), Mazzucco (1), Bont (4), Hubinger (8/1), Lang (8/1), Szwed Örneborg (0), Urbicht (4), Rösike (1), Lederer (1)Zuschauer: 905 - Schiedsrichter: Lier/Lier