Miezen verspielen den Sieg, Konkurrenz punktet

Handball : Trierer Miezen verspielen den Sieg - Konkurrenz punktet

Die Hoffnungen der Trierer Miezen auf den Klassenerhalt  sind am Samstag auf ein Minimum gesunken. 

Hannah Sattler kämpfte mit den Tränen, Andrea Czanik wurde von einem Mitglied des Fanklubs getröstet, Trainerin Elena Vereschako saß geschockt auf der Bank, wollte nur noch allein sein – die Gesichter der Trierer Handball-Miezen am Samstagabend in der Arena sprachen Bände. Nach einer katastrophalen ersten Hälfte gegen die Füchse Berlin (11:17) hatten sich die Trierer Handballerinnen herangekämpft, glichen dank toller Paraden von Torfrau Melanie Eckelt in der Schlussphase beim 27:27 aus – und kassierten dann aber die drei letzten Treffer zum 27:30-Endstand.

Als sie dann auch noch von den Ergebnissen der Konkurrenz erfuhren, war der Schock noch größer: Durch die zeitgleichen Siege von Lintfort (25:24 im Kellerduell gegen Bremen) und Zwickau (28:25 bei Bundesliga-Absteiger Rödertal), die jetzt beide 17 Zähler auf dem Konto haben, beträgt der Rückstand der Miezen auf den rettenden viertletzten Platz bereits neun Punkte. Bei nur noch sieben ausstehenden Partien ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt somit nur noch mathematischer Natur.

„Das ist alles unglaublich, ich bin geschockt“, war die erste Reaktion von Vereschako: „Ich glaube, das war es jetzt.“ Wieder einmal hatte die Trainerin taktisch alles versucht, wie so oft in der Saison waren es am Ende wieder eine Vielzahl von einfachsten Fehlern, die die Miezen um die Früchte des Erfolgs brachten. „Wir haben glücklich gewonnen“, gestand Gästetrainer Goncalo Neta da Silva

„In der zweiten Hälfte haben wir gezeigt, was wir können, aber wieder hat es nicht gereicht“, sagte Vereschako, die sauer über die hohe Fehlerquote von einigen Leistungsträgerinnen war: „Ich hatte in der Vorbereitung viele Details erläutert, hatte Spielzüge genau angesagt – und dann wurden die Bälle einfach weggeworfen.“

Zudem war die Mannschaft noch geschockt von zwei Verletzungen im Abschlusstraining am Freitag: Kreisläuferin Angela Petrovska hatte sich eine Knieverletzung zugezogen, kam am Samstag auf Krücken in die Arena, kurz darauf zog sich der mittrainierende Physiotherapeut Taro Hazeyama einen Achillessehnenabriss zu. „Es kommt alles zusammen“, sagt Vereschako.

Beide Mannschaften starteten nervös und mit vielen Fehlern. Doch während sich Berlin dank der Treffer der überragenden Anna Blödorn schnell fing, kamen die Miezen überhaupt nicht in Tritt. Im Angriff häuften sich die Ballverluste, und in der Abwehr ließ die MJC die Gäste aus der Hauptstadt gewähren, stand viel zu weit von den Gegenspielerinnen entfernt. Zudem bekam Torfrau Melanie Eckelt zunächst überhaupt keinen Ball zu fassen, wurde nach 17 Minuten durch Aleksandra Baranowska ersetzt. Später war Eckelt dann aber der Turm in der Schlacht.

Berlin setzte sich von 7:7 auf 12:7 ab, beim 13:8 nahm Vereschako ihre erste Auszeit, doch auch die verpuffte. Trier gab sich auf, zur Pause war der so dringend benötigte Erfolg beim 11:17 schon außer Reichweite. Beim 16:22 (36.) sah es nach einer Trierer Klatsche aus, doch dann kämpften sich die Miezen vor 305 Zuschauern zurück ins Spiel. Zehn Minuten vor dem Ende hieß es 24:25, dann wehrte Eckelt zwei Siebenmeter ab, Trier hatte Berlin im Griff, ließ sich die Partie dann aber in den letzten drei Minuten noch einmal entreißen - die zehnte Niederlage in Folge.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Sattler, Braun, Ilciukaite (2), Houben (7/3), Czanik (3), Tolic (6/1), Szabo (2), Zrnec (2), Simon-Varga (5) – Beste Werferinnen Berlin: Blödorn (9/2), Magg (7)

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