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Miezen-Vorstand: Abgerechnet wird nach dem letzten Spieltag

Miezen-Vorstand: Abgerechnet wird nach dem letzten Spieltag

Viele Fehler in den entscheidenden Phasen, neue Spielerinnen, die nicht wie erhofft eingeschlagen sind - aber trotz 0:12 Punkten lässt man bei den Trierer Miezen die Köpfe nicht hängen.

Trier. So bitter es für die Trierer Handball-Miezen ist - die Prophezeiung ihres Trainers ist eingetreten. Vor dem Saisonstart hatte Thomas Happe dem TV gesagt: "Es ist realistisch möglich, dass wir mit 0:12 Punkten starten." Diese Marke ist am Mittwoch mit dem 21:29 beim FHC Frankfurt/Oder erreicht worden. Der Spielverlauf war ähnlich wie bei den fünf Niederlagen zuvor: lange Zeit mitgehalten, dann auseinandergebrochen und deutlich verloren. "Vielen Spielerinnen scheint das Selbstvertrauen zu fehlen", moniert MJC-Vorstand Jürgen Brech, der allerdings auch positive Akzente gesehen hat: "Niemand hatte erwartet, dass Nadine Rost so schnell den Sprung aus der vierten in die erste Liga schafft oder wie gut Nathalie Adeberg integriert wird. Aber Punkte haben wir keine."
Ein Faktor dafür ist der Spielplan: Fünf der sechs bisherigen Partien waren Auswärtsspiele. "Und Abstiegskandidaten punkten schließlich meistens zu Hause", sagt Happe, der aber die Hoffnung hat, dass am 5. November in Bad Wildungen - dem fünften Auswärtsspiel in Folge - der Knoten platzt. "Angesichts dieses Spielplans und der bisherigen Gegner musste man mit einem solchen Abschneiden rechnen", gibt auch Brech zu: "Es kommt hoffentlich auch einmal eine Glückssträhne."
Aber in einigen Punkten muss man an der Ligatauglichkeit zweifeln: Die Fehlerquote, auch bei erfahrenen Spielerinnen, ist in den entscheidenden Phasen stets zu hoch. Die Breite des Kaders ist nicht ausreichend, vor allem dann nicht, wenn Spielerinnen zwei Partien (erste und zweite Mannschaft) an einem Wochenende bestreiten müssen. Mit den Neuzugängen hatte die MJC nur teilweise ein glückliches Händchen: Neben Rost überzeugte bislang Torfrau Sladjana Djeric, die auch am Mittwoch beste Mieze vor der Pause war. Ihre serbischen Landsfrauen Katarina Vojcic und Jasmina Radojicic hingegen enttäuschten auf ganzer Linie. "Von ihnen haben wir uns klar mehr erwartet", sagt Vorstand Brech. Die Abgänge der Topspielerinnen Willemijn Karsten, Jelena Popovic und Tessa Cocx wurden zwar nominell, aber nicht leistungsmäßig kompensiert, da auch die neue Polin Lucyna Wilamowska bisher zu schwankend spielte.
Den Kopf steckt dennoch niemand in den Sand: "Die Spielerinnen haben den Glauben an sich noch lange nicht verloren. Wichtig ist, dass die Zuschauer uns nicht vorzeitig abschreiben, sondern uns weiterhin unterstützen", hofft Brech, dessen Motto ist: "Abgerechnet wird nach dem letzten Spieltag." BP
Extra

Restprogramm: Bis zum Jahresende bestreiten die Miezen noch drei Spiele, darunter zwei gegen direkte Konkurrenten: Am 5. November (19 Uhr) steht das Auswärtsspiel bei Aufsteiger Bad Wildungen an, am Mittwoch, 16. November (19.30 Uhr), gibt es das zweite Heimspiel der Saison gegen Rekordmeister Leipzig, und nach der WM-Pause folgt am 30. Dezember (19.30 Uhr) das vorentscheidende Heimspiel gegen den ebenfalls noch punktlosen Club aus Celle. Die Hinrunde wird dann am 5. Januar mit dem Auswärtsspiel beim Mit-Abstiegskandidaten Göppingen abgeschlossen. In der Rückrunde stehen dann vom 29. Januar bis 10. März fünf Heimspiele in Folge gegen Blomberg, Leverkusen, Oldenburg, Buxtehude und Bad Wildungen an. Die letzten beiden Saisonspiele in Celle (7. April) und gegen Göppingen (14. April) werden dann die Entscheidung bringen. BP