Handball : Miezen wie begossene Pudel

Trierer Handballerinnen zeigen erschreckend schwache Leistung gegen Rosengarten. Maja Zrnec muss verletzt ins Krankenhaus.

Die Miezen schlichen wie begossene Pudel vom Feld, zumindest gab es noch etwas aufbauenden Applaus von den letzten verbliebenen Fans. Aber im Endeffekt war es ein Schockzustand bei allen Beteiligten – und die Gewissheit: Wenn es so weitergeht wie beim 18:32 (8:16) gegen Rosengarten/Buchholz, wird es nichts mit dem Klassenerhalt. Mit einer solchen Leistung haben die Miezen in der 2. Bundesliga nichts verloren.

Wenn es überhaupt etwas Positives an diesem schwarzen Samstag gab, dann die Tatsache, dass auch alle Abstiegs-Konkurrenten verloren haben, der Abstand nach oben für den Vorletzten gleich blieb. „Dass wir noch nicht abgeschrieben sind, haben wir den anderen zuzuschreiben, die auch nicht punkten, nicht uns“, sagt MJC-Trainerin Elena Vereschako offen und ehrlich. Die verstand auch am Tag nach der mit Abstand schlechtesten Saisonleistung die Welt immer noch nicht: „Ich habe alles versucht, nichts hat gefruchtet“, sagt Vereschako nach der emotionslosen, ideenlosen und erfolglosen Vorstellung. So ziemlich alle Spielerinnen waren fernab von ihrer Normalform, sieht man von einigen Hochphasen bei Torfrau Aleksandra Baranowska und einigen Wutwürfen von Gabriella Szabo ab.

Die Partie hatte mit einem Schock begonnen: Nach einem Zusammenstoß mit einer Gegenspielerin blieb Maja Zrnec nach nur vier Minuten auf dem Boden liegen, musste nach einer Behandlung auf dem Feld sofort ins Krankenhaus. Nach der ersten Diagnose ist am Oberschenkel nichts gebrochen, der Bluterguss ist allerdings sehr heftig. Wie lange die Slowenin ausfällt, steht erst nach weiteren Untersuchungen fest.

Mit oder ohne Zrnec - die ersten 15 Minuten der Partie waren so ziemlich das Schlechteste, was man von den Trierer Miezen in den vergangenen Jahren gesehen hat. Uninspiriert und durchsichtig im Angriff, in der Abwehr fast ohne Gegenwehr. Gäste-Torfrau Katharina Filter hatte nach 15 Minuten bereits zehn Trierer Würfe abgewehrt, wobei die U20-Nationalspielerin allerdings auch einige Mal nicht viel machen musste, um an die Bälle zu kommen. Es dauerte genau 9:35 Minuten, ehe Hannah Sattler das erste MJC-Tor gelang, da standen für Rosengarten schon sechs zu Buche, nach 14 Minuten hieß es 1:9.

Den 200 Zuschauern hätte man eigentlich das Eintrittsgeld zurückerstatten müssen, denn sie hatten die MJC bis zum Schluss nach vorne getrommelt und -geklatscht. „Wenn unsere Spielerinnen solchen Einsatz gezeigt hätten wie die Fans, wäre das Spiel anders gelaufen“, sagte die Miezen-Trainerin. Zum Glück für die MJC hatten die Gäste die Partie nach dem 9:1 weitgehend abgehakt und spielten nicht mehr so konzentriert und motiviert, so dass die Triererinnen zumindest noch ein bisschen näher herankamen. Mehr als sieben Feldtore und ein 8:16 sprangen zur Pause aber nicht heraus – was der MJC angesichts der Leistung sogar noch schmeichelte. „Wir haben 17 Mal vor der Pause verworfen, so kannst du gegen keinen Gegner gewinnen“, sagte Vereschako.

Es dauerte bis zur 48. Minute und dem 12:27, ehe der MJC das zehnte Feldtor gelang. „Die Mannschaft muss lernen, dass man bis zum Schluss kämpfen muss und nicht einfach den Kopf hängen lässt“, war Vereschako sauer über die MJC-Leistung: „Wir werden am Montagabend einiges zu besprechen haben.“ Aber sie steckt den Kopf vor dem dritten Heimspiel in Serie nicht in den Sand: „Am Sonntag kommt Zwickau nach Trier. Da müssen wir gewinnen, da können wir gewinnen – allerdings nur dann, wenn wir uns um 100 Prozent steigern.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska – Petrovska (1), Sattler (1), Ilcuikaite (1), Houben (4/1), Czanik (1), Tolic (1/1), Szabo (6), Zrnec, Simon-Varga (3) – Beste Werferinnen Buchholz/Rosengarten: Land, Kadenbach (je 5)

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