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Mit fliegenden Fäusten neue Märkte erobern

Mit fliegenden Fäusten neue Märkte erobern

Die Arena Trier will künftig auch Heimstatt für WM-Boxkämpfe werden, um Fans anzulocken. Zufrieden ist man mit den Zuschauerzahlen bei den Basketballern, bei den "Miezen" könnte es etwas mehr sein.

Trier. (BP) Die TBB-Basketballer waren für die Arena Trier auch in den vergangenen beiden Jahren der Zuschauermagnet Nummer eins. Dies geht aus den Zahlen hervor, die die Arena-Betreiber bei der gestrigen Jahres-Bilanz-Pressekonferenz vorlegten. Zwischen Juli 2007 und Juli 2008 kamen 72 918 Zuschauer zu insgesamt 32 Sportveranstaltungen (TBB-Spiele, "Miezen"-Spiele, sonstige) in die Arena, im gleichen Zeitraum von 2008 bis 2009 waren es bislang 74 699 bei ebenfalls 32 Veranstaltungen. Während die TBB nach der enttäuschenden Saison 2007/2008 nun erfolgreicher spielte und auch mehr Fans (im Schnitt kamen 3647) anzog, beläuft sich der Schnitt bei den "Miezen" laut offiziellen Arena-Zahlen auf 1012 Fans. "Wie bei der TBB im Vorjahr sind Zuschauerzahlen auch erfolgsabhängig", meinte Arena-Chef Wolfgang Esser zur MJC, sagt aber auch: "Vor zwei Jahren spielte hier ein Topteam der Liga, heute ist eine andere Mannschaft auf dem Feld, was sich auch an der Spielweise zeigt." Bürgermeister Georg Bernarding hofft indes auf Besserung: "Die Miezen sind in Sachen Nachwuchsarbeit auf einem guten Weg. Und mit solchen Spielerinnen, die seit Jahren für den Verein spielen, wird es auch eine größere Identifikation der Fans geben", sagt der Bürgermeister, der allerdings auch einen gewissen "Abnutzungseffekt" bei den MJC-Zuschauern ausgemacht hat und meint: "Ich habe fast alle Heimspiele gesehen, das war nicht immer ein Vergnügen." Auf TV-Anfrage zeigte sich auch MJC-Vorstand Martin Rommel enttäuscht: "Wir sind unter Plan, da müssen wir uns Gedanken machen." Als Gründe nannte Rommel vorrangig die schwachen Heimleistungen in der Rückrunde, die vielen Mittwochsspiele und den "zerstückelten" Spielplan: In der besten Zeit, zwischen 15. November und 30. Januar, hatten wir genau ein Liga-Heimspiel." Für Bernarding ist eine Rückkehr in die Wolfsberghalle dennoch undenkbar: "Darüber wurde und wird gar nicht mehr diskutiert."

Neben dem Ligenbetrieb aus Basketball und Handball soll auch anderer internationaler Spitzensport in der Arena etabliert werden. Nachdem der Zuschauerzuspruch bei den vergangenen Volleyball-Länderspielen nicht so groß war, lehnte die Arena-Leitung ein erneutes Angebot des Deutschen Volleyball-Verbands ab. Dafür will man versuchen, im Bereich Boxen zum Zug zu kommen. "Wir stehen in Gesprächen mit Boxställen und Fernseh-Anstalten, es gab auch schon einen Ortstermin hier in Trier", sagte Wolfgang Esser. Man wolle aber auf jeden Fall einen "echten Kracher bieten, nicht den Kampf eines Aserbaidschaners gegen einen Turkmenen", meinte der Arena-Chef. Interessant, um die Halle zu füllen, wäre zum Beispiel ein WM-Kampf von Felix Sturm, nur der boxt demnächst auf dem Nürburgring um den WM-Gürtel. Gekoppelt sei eine Box-Veranstaltung natürlich an eine Fernseh-Übertragung. Fest eingeplant für März 2010 ist die Deutsche Tischtennis-Meisterschaft, in Kontakt stehen die Arena-Macher auch mit dem Deutschen Handball-Bund wegen eines Länderspiels. "Heiner Brand hat uns versprochen, dass die Nationalmannschaft einmal hier spielt", sagte Esser. Realistischer sei aber derzeit - aufgrund der Hallenkapazität - ein erneutes Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. "Mit einer Miezen-Spielerin", wie Bernarding hofft. Am 1. Juni 2003 - noch vor der offiziellen Arena-Eröffnung - hatte es ein Frauen-WM-Qualifikationsspiel in Trier gegeben. Und Bernarding schwebt noch ein weiterer Sport vor: "Es gab Gespräche mit dem Alpenverein über eine Outdoor-Kletteranlage vor der Arena."