Mit Kopf, Herz, Hand und Glück

Mit Kopf, Herz, Hand und Glück

Trotz der angespannten Lage bei den Trierer Miezen steckt Toptorschützin Jelena Popovic den Kopf nicht in den Sand: "Wir können am Sonntag gegen Sindelfingen gewinnen", sagt die Serbin.

(BP) Es war der spektakulärste Transfer vor dieser Saison bei der DJK/MJC Trier - und Jelena Popovic war von vorneherein klar, wie groß die Verantwortung sein würde, die auf ihren Schultern lastet. Und die serbische Linkshänderin liegt voll im Soll - im Gegensatz zu ihrer Mannschaft. "Mir war klar, dass es keine einfache Saison werden würde, als ich nach Trier kam - aber ich hätte nicht gedacht, dass es so bedenklich sein könnte", sagt Popovic vor dem nächsten Schicksalsspiel am Sonntag (16 Uhr, Arena Trier) gegen den VfL Sindelfingen. Aber obwohl ihr neuer Verein auf einem Abstiegsplatz steht und auch mehrere Gehälter (der einzige Lebensunterhalt der Profispielerin) verspätet eingingen, hat sie ihren Wechsel noch nicht bereut. "Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, wir trainieren gut, haben aber eben im Vergleich zu anderen Mannschaften einen kleineren und unerfahreneren Kader. Natürlich kam mit der sportlichen Talfahrt und den finanziellen Problemen alles zusammen, aber ich hoffe, das haben wir hinter uns gelassen."

Zwei Treffer am Sonntag gegen Sindelfingen - dann hätte die 26-Jährige die 100-Tore-Marke erreicht. Derzeit ist sie Dritte der Liga-Torschützenliste. Doch sie trauert nicht etwa Treffern, sondern Punkten aus der Hinrunde hinterher: "Gegen Göppingen und Rosengarten hätten wir gewinnen müssen, gegen Buxtehude unentschieden spielen können. Jetzt stehen wir unter dem Druck, in immer weniger Spielen die nötigen Punkte einfahren zu müssen." Aber aufgeben gilt nicht für die 70-fache serbische Nationalspielerin: "Wir werden alles machen, um nicht abzusteigen. Ich denke, es ist vor allem eine Kopfsache. Zudem muss sich jede Spielerin immer wieder fragen, ob sie alles gegeben hat. Die meisten können diese Frage aber mit Ja beantworten."

Für Sonntag haben sich Popovic und die Miezen einiges vorgenommen: "Mit einem Erfolg und einer gleichzeitigen Niederlage von Rosengarten gegen Leverkusen wäre der Rückstand nur noch zwei Punkte. Dann sähe die Welt schon wieder besser aus." Laut ihrer Rechnung benötigt Trier "noch mindestens drei Siege zum Klassenerhalt". Absolut enttäuscht war Popovic bisher nur einmal - bei der Pokalpleite von Bad Wildungen: "Das war schrecklich", sagt die Serbin, "und hatte mit Handball nicht viel zu tun". Dass es mit dem Klassenerhalt klappen kann, liegt für die Serbin aber an einer besonderen Eigenart: "Frauen-Handball ist manchmal sehr seltsam, da kann so viel passieren. Und wenn uns das Glück irgendwann hold ist, werden wir es schaffen."

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