Mit spanischer Hilfe zum Auftaktsieg

Metzingen/Trier · Nach drei Jahren sind die Miezen wieder mit einem Sieg in die Saison gestartet: Das 29:28 (12:17) bei Aufsteiger TuS Metzingen haben sie vor allem der Spanierin Cristina Cabeza Gutierez zu verdanken, die in einer Blitzaktion ihre Spielberechtigung erhielt.

 Miezen-Neuzugang Cristina Cabeza Gutierez. Foto: Mjc

Miezen-Neuzugang Cristina Cabeza Gutierez. Foto: Mjc

Metzingen/Trier. Sie kam, sah und siegte - anders lässt sich der Einstand von Cristina Cabeza Gutierez bei den Trierer Miezen nicht beschreiben. Am Donnerstagabend traf die Spanierin (34) in Trier ein, am Freitagabend lag die Spielberechtigung vor, am Samstagabend führte sie die Triererinnen zum enorm wichtigen 29:28-(12:17)-Auftaktsieg beim Aufsteiger TuS Metzingen. Es waren nicht nur die vier Tore von Cristina Cabeza Gutierez, die vom spanischen Erstligisten Mustang Elche kam, die für die MJC-Mannschaft von enormer Bedeutung waren, sondern ihre Fähigkeit, das Spiel zu lenken. "Das war schon imponierend, wie schnell sich Cristina in die Mannschaft integriert hat, es war aber genauso toll, wie schnell die Mannschaft sie aufgenommen hat", beschreibt der neue Trierer Trainer Jörn Ilper den Einstand des Neuzugangs. Umso erstaunlicher ist dies, weil Cabeza kein Deutsch und nur einige Brocken Englisch spricht. "Auf dem Feld spricht man eben die Sprache des Handballs", meint Ilper. Die Spanierin, hatte vor einigen Wochen im Probetraining überzeugt, dann war alles schnell gegangen. Zunächst hatte sie einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben, dann wurde mit der Unterstützung des früheren Eintracht-Trier-Pressesprechers Ralf Wigger, der in Spanien lebt und arbeitet und am Freitag zufällig in Trier war, die Transferberechtigung vom spanischen Verband eingeholt. "Manchmal muss man auch Glück haben, dass es so schnell ging. Und Cristina hat uns gleich alles zurückgegeben", betont MJC-Vorstand Jürgen Brech: "Wir hatten uns intensiv mit Cristina befasst - und das hat sich gelohnt." "Sie ist genau die klassische erfahrene Spiel-Organisatorin, die uns gefehlt hat", sagt Ilper, "sie weiß, wie sie eine Abwehr beschäftigen muss und wie sie Lücken für unsere anderen Rückraumspielerinnen reißen kann." Davon profitierte beim Auftaktsieg in Metzingen vor allem Carolin Schmele, mit sieben Treffern erfolgreichste MJC-Torschützin. "Auch dank Cristinas Vorstellung haben wir nun reichlich Selbstvertrauen für das erste Heimspiel am Mittwoch gegen Leipzig, die Mannschaft weiß jetzt, dass sich die siebenwöchige Qual in der Vorbereitung gelohnt hat", sagt Ilper. Mit Cristina Cabeza Gutierez ist der Miezen-Kader aber noch nicht komplett, in den nächsten Tagen soll eine Serbin, die zuletzt ebenfalls in Spanien spielte, verpflichtet werden. "Es gibt noch einige bürokratische Dinge wie ihr Visum zu klären. Deswegen wissen wir nicht, ob sie schon am Mittwoch dabei ist. Aber sie wird auf jeden Fall kommen", betont Brech, der zudem noch eine junge deutsche Spielerin auf der Liste hat.DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck, Bocka - Schmele (7/1), Czanik (4), Zelmel (4), Cabeza Gutierez (4), Adeberg (3/2), Derbach (3), Vallet (3), Solic (1) Beste Torschützinnen Metzingen: Großmann, Tuc, Ilyes, Balogh (alle 5) - rote Karte: Czanik (58.) nach drei Zeitstrafen Extra

Dank einer Energieleistung nach der Pause und Neuzugang Cristina Cabeza Gutierez haben die Trierer Miezen ein Ausrufezeichen gesetzt. Nach einem Sieg hatte es nach 28 Minuten aber nicht ausgesehen, denn da führte Metzingen 17:10. Doch dank der Kabinenansprache von Trainer Jörn Ilper wachten die Triererinnen auf. "Wir sind schon mit einem guten Gefühl in die Kabine gegangen, denn es gab schon vor der Pause einen Aufwärtstrend", sagt Ilper. Durch sieben Tore in Serie gelang in der 35. Minute beim 17:17 der erste Ausgleich, auch dank der starken Leistung von Torfrau Verena Flöck, die dann zwischen Pfosten stand, sowie der Umstellung der MJC-Abwehr. Auch ein Metzinger Zwischenspurt zum 21:17 steckten die Miezen weg, hatten die Partie danach im Griff. "Wir konnten die Metzinger Euphorie stoppen, aber wir hatten auch Glück", gestand Ilper, in dessen Team sich alle Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintrugen. Beim 24:23 durch Cabeza lag die MJC erstmals in Front und konnte sich in der 58. Minute entscheidend auf 29:26 absetzen. Am Ende, als Andrea Czanik nach ihrer dritten Zeitstrafe die rote Karte erhielt, wurde es noch einmal eng, aber die Metzinger Aufholjagd kam zu spät. BP

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