"Müssen über uns hinauswachsen"

"Müssen über uns hinauswachsen"

14 Monate nach seinem Amtsantritt wartet auf Miezen-Trainer Thomas Happe am Samstag sein wichtigstes Spiel - gegen Frankfurt/Oder soll der Klassenerhalt gesichert werden. Im TV-Interview zieht der Ex-Nationalspieler den Hut vor seiner Mannschaft.

Trier. Netto 60 Minuten entscheiden am kommenden Samstag ab 16.30 Uhr in der Trierer Arena über das Schicksal der Miezen. Vor dem letzten Saisonspiel gegen den FHC Frankfurt/Oder äußert sich MJC-Trainer Thomas Happe im Interview mit TV-Redakteur Björn Pazen über die Chancen, aber auch den bisherigen Saisonverlauf.

Am Samstag muss gegen Frankfurt/Oder mindestens ein Remis her, um nicht abzusteigen. Bereiten Sie die Mannschaft anders vor als sonst?

Happe: Nein, das ist nicht anders als bei allen anderen Spielen. Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Gegner und unserer Marschrichtung. Und da man nicht auf unentschieden spielen kann, bereiten wir uns darauf vor, dass wir gewinnen müssen. Wir haben vier Spiele, in denen ein Remis möglich war, in der letzten Sekunde verloren. Also sollten wir uns auf nichts verlassen.

Im ersten Abstiegsendspiel hat die MJC einen 25:24-Zittersieg in Rosengarten eingefahren. Ist die Analyse dieser Partie schon abgeschlossen?

Happe: Wir haben phasenweise spielerisch komplett überzeugt und eine tolle Defensivleistung geboten. Darauf wollen wir auch gegen Frankfurt/Oder aufbauen. Wir haben unter riesigem Druck gestanden, diesem aber standgehalten und die Aufgabe gut gelöst.

Wie sehen Sie die Chancen für die Partie am Samstag?

Happe: Der FHC Frankfurt/Oder steht in der Tabelle über uns, ist für die Play-offs schon qualifiziert und hat das Hinspiel gewonnen. Also müssen wir über uns hinauswachsen, um zu gewinnen - so wie wir es gegen Oldenburg gezeigt haben. Frankfurt/Oder hat einen größeren Kader als wir und somit mehr Alternativen, deswegen können sie das Mittwochsspiel besser wegstecken, als wir es könnten.

Sie sprechen das Thema Kader an. Wie bewerten Sie angesichts der wenigen Alternativen den bisherigen Saisonverlauf, speziell die Steigerung in der Rückrunde?

Happe: Unser einziges Ziel war der Klassenerhalt. Diesen sollten wir auch dadurch schaffen, dass der Kader im Lauf der Saison weiter verstärkt wird. Diese Verstärkungen sind bekanntlich nie realisiert worden. Somit grenzt es an ein Wunder, dass wir mit diesem Kader am letzten Spieltag noch die Chance haben, die Klasse zu halten. In der Rückrunde war allein deswegen schon eine Steigerung erkennbar, weil die jungen Spielerinnen immer besser ins Team fanden - das brauchte seine Zeit. Wenn man dann noch die langfristigen Ausfälle von Toni Pütz und Silvia Solic bedenkt, ist die Leistung der Mannschaft noch höher anzurechnen - vor allem auch, weil alle Spielerinnen die finanzielle Situation natürlich sehr belastet. All das verdient höchste Anerkennung.

ZUR PERSON



Miezen-Trainer Thomas Happe feiert am Freitag seinen 53. Geburtstag. Seit 26. Januar 2010 ist er bereits Trainer der Miezen. Zuvor war er Männer-Coach in Gummersbach und Schutterwald, ehe er von 2002 bis 2008 den Frauen-Bundesligisten Dortmund trainierte. Der Dortmunder war als Spieler drei Mal deutscher Meister und Europapokalsieger mit Essen, absolvierte 56 Länderspiele und gewann Olympia-Silber 1984. BP