1. Sport
  2. Handball
  3. Miezen

Muss der FSV Salmrohr für den FC Bayern mitbezahlen?

Muss der FSV Salmrohr für den FC Bayern mitbezahlen?

Jeder "bezahlte Sportler" ist in der Unfallkasse pflichtversichert - und nun sollen die Beiträge für die Berufsgenossenschaft VBG wieder steigen. Warum, wie die Beiträge ermittelt werden und welche Folgen eine weitere Erhöhung auch in der Region hätte, erklärt der TV heute.

Trier. Kreuzbandriss. Operation, Reha, sechs Monate Pause. Der Horror schon für Freizeitsportler, aber noch mehr für einen Profi - und für dessen Verein. Um zumindest die finanziellen Folgen einer langwierigen Verletzungspause zu übernehmen, gibt es die Unfallkasse VBG (Verwaltungsberufsgenossenschaft). Sie kommt für die Kosten der Heilbehandlung, der Reha, aber auch für die Weiterzahlung des Gehalts auf.
Der Verein profitiert also davon, dass er seine angestellten Spieler und Spielerinnen bei der VBG anmelden muss - denn es ist eine Pflichtversicherung. In den vergangenen Jahren stöhnt der Sport aber immer mehr über die Berufsgenossenschaft - wegen der ständig steigenden Beiträge.
Die VBG ist eine Solidargemeinschaft - das heißt, alle gemeinsam kommen mit ihren Beiträgen für die in den vergangenen Jahren stetig gestiegenen Kosten für Behandlung, Reha und Gehaltsfortzahlungen auf. Und nicht nur der "bezahlte Sport" ist über die VBG versichert, sondern auch viele andere Berufsgruppen vom Security-Personal bis hin zum Zoobediensteten - und die sind sauer, weil sie für die Risiken, die der Sport mit sich bringt, nicht stärker aufkommen wollen.
Denn der Sport hat das höchste Gefahrenpotenzial - und wird dafür auch am stärksten zur Kasse gebeten. Bis zu 20 Prozent der Etats von zum Beispiel TBB Trier, Eintracht Trier oder den Trierer Miezen machen die VBG-Beiträge mittlerweile aus, Tendenz steigend - und sind bei den knappen Kassen der drei Trierer Profivereine möglicherweise künftig existenzgefährdend. Vereine, Verbände und auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) machen daher mobil gegen weitere Beitragserhöhungen, die die VBG im September verkündet hat.
Der unterklassige Fußball wäre am härtesten getroffen, denn dort sollen die Beiträge extrem steigen, aber auch für Handball- oder Basketballvereine könnten sich die Beiträge um fast 50 Prozent erhöhen. Nun setzt der Sport auf die Einmischung der Politik - fordert, dass die Beitragszahlungen gedeckelt werden. Viele Fragen drehen sich um diese VBG-Beiträge, viele Zahlen schwirren durch den Raum.
Der Volksfreund beantwortet daher die wichtigsten Fragen rund um die Versicherung, zeigt die Folgen einer weiteren Beitragserhöhung auf - und beleuchtet Ansätze, wie das Problem gelöst werden könnte. Björn Pazen