Nada kontrolliert auch bei den Frauen

Nada kontrolliert auch bei den Frauen

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) organisiert ab sofort die Wettkampfkontrollen in der ersten und zweiten Frauen-Handball-Bundesliga. Im vergangenen Jahr hatte ein Skandal im Frauen-Handball für Aufsehen gesorgt: Ein Kontrolleur hatte beim Pokalspiel zwischen Mainz und der DJK/MJC Trier Proben manipuliert.

Bonn. Im Januar 2010 waren die Trierer Miezen unverschuldet Zaungast eines Dopingskandals. Ein Mitarbeiter einer damals vom Deutschen Handball-Bund (DHB) mit den Dopingkontrollen beauftragten Mannheimer Firma hatte sich ein grobes Vergehen geleistet. Statt nach dem Pokalspiel zwischen Mainz 05 und den Trierer Miezen vor Ort Urinproben von Spielerinnen beider Teams einzusammeln, befüllte der Kontrolleur die Flaschen zu Hause mit dem Urin seiner Schwester. Der Betrug flog auf - der DHB kündigte dem Unternehmen und übernahm die Kontrollen fortan in Eigenregie.
Damit ist nun Schluss. Seit dem 1. Dezember organisiert die Nada über ihren Dienstleister, die PWC GmbH, die Wettkampfkontrollen in der ersten und zweiten Frauen-Handball-Bundesliga. "Die Vereinbarung mit der Vereinigung Handball Bundesligen Frauen (HBF) passt in unser Konzept einer Übernahme weiterer Wettkampfkontrollen", sagt Nada-Sprecher Berthold Mertes. Derzeit übernimmt die Nada im Auftrag von mehr als 15 Sportverbänden sowie von vier Liga-Vereinigungen Dopingkontrollen. Demnächst soll ein Abkommen mit der Tischtennis-Bundesliga hinzukommen. Die Gesamtzahl der Wettkampfkontrollen soll 2011 erstmals die 1000er-Marke überschreiten (2010: 849). Nach Auskunft des HBF-Vorsitzenden Berndt Dugall läuft der Vertrag mit der Nada auf unbestimmte Zeit, er könne jedoch jährlich gekündigt werden. "Es hat sich gezeigt, dass die Übernahme der Kontrollen in Eigenregie zu aufwendig ist. Deshalb haben wir jetzt die Nada damit beauftragt. Sie ist für solche Aufgaben eine ausgewiesene Organisation", sagt Dugall.
Die Handball-Frauen folgen damit dem Modell der Männer: Die Herren-Bundesliga hat bereits seit Sommer 2009 einen Vertrag mit der Nada.

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