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Neuer Job für den Tausendsassa

Neuer Job für den Tausendsassa

Wer kurz vor Saisonende ein ausgeglichenes Punkte-Konto hat, sollte mit dem Abstieg eigentlich nichts zu tun haben. Anders ist es bei den Drittliga-Handballerinnen der DJK/MJC Trier II. Sie und ihr neuer Trainer Igor Domaschenko müssen noch um den Klassen erhalt zittern.

Trier. Bei dieser Frage muss Igor Domaschenko nachdenken. Und lange zurückblicken. Vor einigen Jahren, im norwegischen Stavanger, habe er schon einmal eine Damen-Handball-Mannschaft trainiert. Jetzt ist es wieder so weit. Seit knapp vier Wochen hat der 52-Jährige beim Drittligisten DJK/MJC Trier II als Nachfolger von Markus Zeimet das Sagen. "Es macht mir Spaß, die Unterschiede in der Betreuung eines Männer- und eines Frauen-Teams sind gar nicht so groß", sagt der ehemalige russische Nationalspieler, der mit Krasnodar Landesmeister, Pokalsieger und Europacup-Sieger war.

Domaschenko wohnt in Kirchberg (Rhein-Hunsrück-Kreis). Mehrmals in der Woche fährt er zum Training ins knapp 80 Kilometer entfernte Trier. "Das ist kein Problem. Handball ist mein Leben", sagt der Sportlehrer an der Realschule plus in Sohren, der aktuell auch Coach der männlichen B- und C-Jugend der HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch sowie der B-Jugend der SG Gösenroth/Laufersweiler ist. Domaschenko, der Tausendsassa. Der Handballverrückte. Der einstige Trainer bei den Senioren der HSG Irmenach/K/H in der Regional- und Oberliga.

Wo er in der nächsten Saison überall an der Außenlinie steht, ist noch unklar. Fest steht, dass er mit Irmenachs B-Jugend sowie mit der A-Jugend der neu gegründeten JSG Idarwald (Kooperation zwischen der Hunsrück-HSG und Gösenroth) die Qualifikation für die Rheinland-Pfalz-Saar-Oberligen schaffen soll. Über eine Zukunft bei den "kleinen Miezen" sei bislang nicht gesprochen worden. "Jetzt gilt es erst einmal, den Klassenerhalt in der dritten Liga zu schaffen", sagt Domaschenko, der nicht nur in Russland und Norwegen, sondern auch in der ungarischen und deutschen ersten Liga (Frisch Auf Göppingen) aktiv war. Wegen der Ligenreform — aus zwei Zweitliga-Staffeln wird eine eingleisige Liga — drohen eine Klasse tiefer mindestens fünf Absteiger. Trier rangiert mit 23:23 Punkten auf dem viertletzten Platz.

Heute gastieren die "kleinen Miezen" beim Tabellenzweiten HSV Solingen-Gräfrath. Ebenfalls auswärts tritt die MJC am 30. April gegen den TV Beyeröhde an, ehe am letzten Spieltag die TSG Obereschbach in die Wolfsberghalle kommt (7. Mai). Domaschenko: "Ich denke, wir brauchen vier Punkte. Das heißt: Ein Auswärtssieg ist Pflicht!"