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Noch 15 Tage Zeit zum Wiederaufbau

Noch 15 Tage Zeit zum Wiederaufbau

Zwischen Frustbewältigung und Hoffnungsschimmer: Die Trierer Miezen klammern sich nach der deutlichen 18:32-Niederlage gegen Leipzig an den letzten Strohhalm in Sachen Klassenerhalt: drei Punkte aus zwei Spielen.

In den Gesichtern stand eine gewisse Fassungslosigkeit geschrieben. Nach zuletzt vielen guten Partien, die allerdings auch nur selten durch Punktgewinne gekrönt waren, waren die Miezen am Boden zerstört. Angekommen in der knallharten Realität, vom Meister HC Leipzig förmlich an die Wand gespielt, von der eigenen Leistung enttäuscht, vielleicht sogar entsetzt. Die 18:32-Niederlage vor 1250 Zuschauern in der Arena war vor allem in der ersten Hälfte (5:17) ein Niederschlag im Hoffen auf den Klassenerhalt. "Wenn die Miezen so in Rosengarten und gegen Frankfurt/Oder spielen, steigen sie ab - so bitter es für dieses tolle Publikum und Trier als Traditions-Standort ist", sagte Leipzigs Trainer Heine Jensen, der von seiner Mannschaft positiv überrascht war: "Angesichts unserer vielen kranken Spielerinnen war nicht abzusehen, dass wir so stark sein werden. Das war für uns ein fast perfekter Spielverlauf."

Auf der anderen Seite gab es erst einmal Frustbewältigung: "So kann man nicht spielen, wenn man jeden Punkt gegen den Abstieg braucht", raunte Miezen-Vorstand Martin Rommel. Aber er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: "Wir haben alles immer noch in der Hand. Im Endeffekt ist nichts passiert, schließlich durfte man nicht davon ausgehen, dass wir einen Champions-League-Teilnehmer schlagen."

15 Tage hat Trainer Happe nun Zeit, den Schalter auf Erfolg zu drehen, am 19. März steht das "Spiel der Spiele" beim Drittletzten Rosengarten an, der immer noch drei Punkte vor der MJC liegt. Dort muss Trier auf jeden Fall gewinnen. Rein theoretisch könnten die Miezen aber schon am Sonntag als Absteiger feststehen. Dann, wenn Rosengarten - was allerdings absolut unwahrscheinlich scheint - beim Topteam VfL Oldenburg gewinnt.

Happe war enttäuscht von seiner Mannschaft: "Der Wille hat gefehlt, wir standen ehrfurchtsvoll vor Leipzig - und dann kommt so ein Ergebnis gegen die stärkste Mannschaft der Liga zustande." An den Fans hat es sicherlich nicht gelegen, dass die MJC so deutlich verlor. "Das war sensationell, wie die Zuschauer die Mannschaft trotz des klaren Rückstands weiter unterstützt haben", lobte selbst HCL-Trainer Jensen.

Unter den Fans waren auch die kompletten Kader von TBB und Eintracht, die die Miezen bei ihrer Mission Klassenerhalt unterstützten. "In Trier stehen eben alle zusammen, wenn es darauf ankommt", sagte Eintracht-Kapitän Josef Cinar, der sich als profunder Handballkenner erwies: "Schade, dass es nicht geklappt hat. Aber Leipzig scheint ganz andere Möglichkeiten zu haben. Sie waren einfach eine Nummer zu groß."

Um eine ähnliche Atmosphäre wie bei den vergangenen Heimspielen auch beim Abstiegs-Endspiel in Rosengarten (bei Hamburg) zu entfachen, setzen die Miezen einen Fanbus ein. Interessierte können sich bei der MJC-Geschäftsstelle für die Fahrt am 19. März per Mail an info@mjc-trier.de anmelden.