Noch kein Kopf im Sand

"Jetzt müssen wir eben unsere Heimspiele gewinnen." Miezen-Trainer Thomas Happe richtet nach der klaren 28:36-Niederlage in Erfurt schon den Blick auf die Heimpartie am Sonntag gegen Göppingen.

 Sieben Tore, aber kein Punkt in Erfurt: Mieze Lydia Jakubisova. TV-Foto: Funkbild

Sieben Tore, aber kein Punkt in Erfurt: Mieze Lydia Jakubisova. TV-Foto: Funkbild

Trier. Am Ende kam alles zusammen: In der Phase vor der Pause, als die Miezen die Chance hatte, ihre Führung auszubauen, vergaben die Triererinnen drei Siebenmeter. Dann kamen einige Zeitstrafen hinzu, vergebene Chancen, eine Abwehr, die nicht aggressiv genug arbeitete, und ein Gegner, der absolut auf Wiedergutmachung eingestellt war. Das Ganze in Zahlen: Statt des erhofften zweiten Auswärtssiegs reisten die Miezen mit einer 28:36 (11:15)-Niederlage vom THC Erfurt nach Hause, bleiben mit elf Punkten aber weiterhin Zehnter und somit einen Punkt vor einem Abstiegsplatz. "Wir haben es vor der Pause versäumt, uns abzusetzen", war für MJC-Trainer Thomas Happe der Knackpunkt. Bis zum 10:10 (25.) war die Partie ausgeglichen, kurz vor der Pause vergab Trier eine große Chance, kassierte prompt noch einen Gegentreffer - statt 12:14 hieß es nach 30 Minuten 11:15. Und dann setzte sich Erfurt dank der insgesamt 24 (!) Treffer von Alex Uhlig und Martina Knytlova auf permanent mindestens fünf Tore ab.

Bei den Miezen zeigte Nadja Nadgornaja eine starke erste Hälfte, Lydia Jakubisova traf nach Belieben - aber erst in der Schlussphase. Insgesamt viel zu wenig, um bei den hochmotivierten Thüringern zu punkten. Das Kernproblem: Durch die klare Niederlage haben die Miezen ihre Tordifferenz im Vergleich zur Konkurrenz enorm verschlechtert. Sindelfingen ist mittlerweile acht Treffer besser, Celle sogar 17.

"Wir haben alles selbst in der Hand"



"Die Tordifferenz ist wie ein weiterer Punkt, deswegen war es bitter, dass wir 36 Treffer kassiert haben", gestand Happe, der die Niederlage allerdings schon abgehakt hat: "Jetzt müssen wir beide Heimspiele gewinnen, um die Liga zu halten. Wenn wir am Sonntag gegen Göppingen so auftreten wie gegen Celle vor einer Woche, werden wir gewinnen", sagt Happe, der alles andere als eine "Vogel-Strauß-Haltung" im Team erkannte: "Bei uns hat niemand den Kopf im Sand. Warum auch? Wir haben alles in der Hand und müssen uns nur auf uns konzentrieren."

DJK/MJC Trier: Monz, Vogt - Egger (1), Nadgornaja (9/1), Thomas (0), Schneider (0), Vallet (1), Derbach (1), Lennartz (0), Huber (1), Solic (2), Jakubisova (7), Jochin

Beste Torschützen Erfurt: Uhlig (13/4), Knytlova (11/5).

Extra

Die Gesamtsituation: Vier Teams kämpfen noch um den Klassenerhalt, es gibt nur noch ein direktes Duell an den drei noch ausstehenden Spieltagen. Dortmund hat trotz des Sensations-Siegs gegen Frankfurt/Oder die geringsten Chancen, dem Abstieg zu entgehen. Um den zweiten Abstiegsplatz kämpfen Sindelfingen, Trier und Celle. Im günstigsten Fall reichen den Miezen sogar schon zwei Punkte zum Klassenerhalt, mit zwei Siegen bleibt man wohl sicher in der Bundesliga. Durchaus möglich, dass die Abstiegsfrage erst am letzten Spieltag geklärt wird. Das Restprogramm:Sindelfingen (13 Punkte) spielt noch zu Hause gegen Erfurt und Leverkusen sowie in Göppingen, die Miezen (11 Punkte) haben Heimspiele gegen Göppingen (14. März) und Buxtehude (10. April) sowie ein Auswärtsspiel in Leverkusen (28. März), Celle (10 Punkte) hat das schwerste Restprogramm mit Auswärtsspielen in Frankfurt/Oder und Leipzig, hat aber zu Hause gegen Dortmund noch die Chance zu punkten. Schlusslicht Dortmund (8 Punkte) spielt neben der Partie in Celle noch zu Hause gegen Erfurt und Leipzig. (BP)

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort