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Nürnberg pleite, MJC hofft

Nürnberg pleite, MJC hofft

Frauen-Handball-Bundesligist 1. FC Nürnberg hat am späten Freitagabend Insolvenz angemeldet und seine Lizenz für die kommende Saison zurückgegeben. Ob die Miezen statt Nürnberg nun um Platz fünf spielen, steht in den Sternen.

Nürnberg/Trier. (BP) 34:34 hieß es am Samstagabend beim vermutlich letzten Bundesligaspiel einer Nürnberger Frauen-Mannschaft gegen die HSG Blomberg. Eigentlich hätte Nürnberg in der Play-down-Gruppe der Miezen mit nun 3:1 Punkten das Finale um Platz fünf gegen Frisch Auf Göppingen erreicht. Doch allem Anschein nach finden diese Platzierungsspiele nicht statt.

Am Freitagabend, dem letztmöglichen Termin, um die Bundesliga-Bürgschaft in Höhe von 35 000 Euro noch zurückzuerhalten, hatte die Spielbetriebs-GmbH des 1. FC Nürnberg Insolvenz angemeldet und gleichzeitig die Lizenz für die neue Saison zurückgegeben. Hauptprofiteur ist der THC Erfurt, der nicht in die 2. Liga absteigt. Grund für die fünfte Insolvenz einer Nürnberger Betriebsgesellschaft in sechs Jahren sind Nachforderungen der Berufsgenossenschaft in Höhe von über 150 000 Euro, die kurzfristig zu zahlen seien. Unmöglich, hieß es aus Nürnberg. Zunächst meldete die GmbH Insolvenz an, heute folgt der Verein 1. FC Nürnberg Handball. Und nun wird davon ausgegangen, dass Nürnberg die beiden Qualifikationsspiele absagt.

Somit hätten eigentlich die Miezen (2:2 Punkte in der Gruppe) eine Chance auf die Entscheidung um einen Europapokalplatz gehabt, weil Blomberg nur 1:3 Punkte aufweist. Diese Hoffnungen begrub Berndt Dugall, derzeit in den USA weilender Präsident des Ligaverbands HBVF, aber auf TV-Anfrage: Nürnberg hat für die kommende Saison zurückgezogen, nimmt aber ganz normal an den aktuellen Spielen teil. Treten sie zu den Partien gegen Göppingen nicht an, gibt es auch keinen Nachrücker, dann ist Göppingen Fünfter.

So leicht will sich die MJC aber nicht geschlagen geben: "Wir haben der HBVF bis Sonntagabend eine Frist gesetzt, uns schriftlich zu informieren, wie es weitergeht", sagte Miezen-Vorstand Martin Rommel dem TV. Bis zum Redaktionsschluss hatte es eine solche Erklärung aber noch nicht gegeben. Sollte Trier doch noch antreten dürfen, würde bereits am Samstag in der Arena gespielt, am 30. Mai wäre das Rückspiel.

Der nächste Miezen-Termin steht allerdings fest: Am Mittwochabend ab 19 Uhr wird im Moselaner oder der "La Ola"-Sportsbar die Mieze des Jahres gekürt sowie die scheidenden Spielerinnen verabschiedet.