Rechenspiele und Appelle vor dem Saisonfinale

Rechenspiele und Appelle vor dem Saisonfinale

Noch vier Tage bis zum finalen Showdown: Im Heimspiel gegen den FHC Frankfurt/Oder am Samstag (16.30 Uhr) fällt für die Miezen die Entscheidung im Abstiegskampf. Ob der Gegner aus Brandenburg in Trier noch punkten muss, entscheidet sich vielleicht schon morgen.

Im Handball auf ein Remis zu spielen, ist eigentlich unmöglich - daher gibt man bei den Miezen vor dem ultimativen Entscheidungsspiel gegen den FHC Frankfurt/Oder aus: "Wir müssen gewinnen." Rein rechnerisch reicht beim Saisonfinale am Samstag zur ungewohnten Zeit um 16.30 Uhr (einheitlich bei allen Partien) wohl ein Remis, um Rosengarten in der Tabelle zu überholen. Dann wäre Trier punktgleich, hat aber eine um 39 Treffer bessere Tordifferenz als der aktuelle Drittletzte. Rosengarten spielt beim Tabellenzweiten Buxtehude, der beide Punkte braucht, um eine für die Playoffs optimale Platzierung zu erreichen. Das gilt für Miezen-Gegner Frankfurt/Oder bedingt auch.

Morgen bestreitet der FHC das Nachholspiel gegen den VfL Oldenburg. Derzeit ist Frankfurt Siebter, kann aber die HSG Blomberg-Lippe (ein Punkt Vorsprung) noch überholen. Gewinnt der FHC am Mittwoch und verliert Blomberg erwartungsgemäß bei Tabellenführer Erfurt, wäre Frankfurt Sechster. Ob man dann noch Punkte in Trier braucht, um diese Position zu halten, hängt von der Parallelpartie von Blomberg gegen Meister Leipzig ab. Rechenspiele pur.

"Vielleicht ist es ein Vorteil für uns, dass Frankfurt noch am Mittwoch spielt und daher wohl erst am Samstag nach Trier anreist", hofft MJC-Vorstand Martin Rommel, der aufgrund einer fiebrigen Erkältung nicht beim "Abstiegsgipfel" in Rosengarten dabei sein konnte und am Liveticker im Internet "Blut und Wasser schwitzte", bis das 25:24 feststand. "Wir müssen ganz einfach siegen", fordert der Vorstand.

Alle Beteiligten hoffen angesichts der dramatischen Konstellation auf eine volle Halle. "Mit den Fans als achten Mann können wir das Unmögliche möglich machen. Ich hoffe, die Fans haben uns die schwache Leistung beim letzten Heimspiel gegen Leipzig verziehen", meint MJC-Trainer Thomas Happe. Das sieht Kreisläuferin Tessa Cocx ähnlich: "Die Zuschauer haben uns in den vergangenen Spielen richtig nach vorne gepeitscht. Und diese Unterstützung brauchen wir, wenn wir nicht absteigen wollen. Mit einem Sieg und dem Klassenerhalt könnten wir den Fans dann alles zurückgeben."

EXTRA: DAUMEN DRüCKEN AUCH IN DäNEMARK



Nicht nur die Miezen-Fans aus Trier und Umgebung hatten am Samstag beim Spiel in Rosengarten eine weite Anreise. Aus ihrer dänischen Wahlheimat war auch Ex-Mieze Anja Althaus zum Abstiegsschlager in die Nordheide gekommen, um ihren früheren Verein zu unterstützen. "Wir hatten spielfrei, und wir wollten noch einen Abstecher nach Hamburg machen, daher habe ich die Chance genutzt, die Miezen mal wiederzusehen", sagt die Kreisläuferin, die bis 2007 in Trier spielte und nun für den dänischen Champions-League-Sieger Viborg HK aufläuft. "Ich habe mich total gefreut, dass die Mädels gewonnen haben, aber ich hätte nicht gedacht, dass es am Ende noch so spannend wird. Hauptsache zwei Punkte!", meinte die Nationalspielerin: "Nächsten Samstag kann ich zwar nicht dabei sein, aber ich drücke den Miezen ganz toll die Daumen, dass es mit dem Klassenerhalt klappt." BP