Riesenschritt ins Glück

Der Klassenerhalt ist greifbar nah: Dank einer tollen Teamleistung und dem unbedingten Willen zum Erfolg gewannen die Trierer Miezen am Sonntag 27:22 (15:11) gegen Frisch Auf Göppingen. Die MJC Trier hat nun drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Trier. Als sich Spielerinnen und Fans nach dem Abpfiff auf dem Feld abklatschten, ertönte "Highway to Hell" ("Autobahn zur Hölle") aus den Lautsprechern, "Stairway to Heaven" ("Treppe zum Himmel") wäre passender gewesen. Denn von der "Hölle", sprich dem Abstieg in die 2. Liga, haben sich die Miezen am Sonntag mit Siebenmeilenstiefeln entfernt. Der deutliche 27:22-Erfolg gegen Göppingen könnte schon mehr als die halbe Miete zum Klassenerhalt gewesen sein. Erstens steht nun Dortmund als erster Absteiger fest, zweitens beträgt der Trierer Vorsprung auf den Vorletzten Celle nun drei Punkte bei zwei noch ausstehenden Spielen - und Celle muss noch bei Tabellenführer Leipzig antreten. Aber vorzeitige Gratulationen wollte niemand annehmen: "Dafür ist es noch zu früh. Wir feiern erst, wenn der Klassenerhalt absolut perfekt ist", sagte die erneut überragende Torfrau Anna Monz, die 13 Würfe abwehrte.

Entscheidend waren zudem Teamgeist, Geschlossenheit, Kampfgeist und die endlich einmal starke Defensive. "Die Abwehr stand super, dahinter hat Anna toll gehalten", meinte MJC-Trainer Thomas Happe. Schon zehn Minuten vor dem Ende hielt es die über 1200 Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. Die Miezen hatten nicht nur die stärkte Phase der Göppinger, die vom Halbzeitstand 15:11 für Trier auf 17:15 verkürzt hatten, überstanden, sondern innerhalb von zehn Minuten auch die Partie entschieden. Beim 25:17, dem sechsten Tor der ebenfalls starken Lydia Jakubisova, war klar, dass Trier das Feld als Sieger verlassen würde. "Ich denke, das reicht jetzt", war sich Jakubisova sicher, "wir werden weiter punkten, wenn wir so in Leverkusen und gegen Buxtehude spielen". Das sieht Rechtsaußen Svenja Huber, die eines ihrer besten Spiele im MJC-Trikot ablieferte, anders: "Noch ist nichts entschieden, auch wenn das ein Riesenschritt war." Selbstkritisch fügte Huber an: "Wenn wir immer so gespielt hätten, würden wir nicht über Abstiegskampf reden, sondern über einen Play-off-Platz."

Von Beginn an zeigten die Miezen eine aggressive Deckung, hatten den Göppinger Rückraum gut im Griff. Hätte man sich nicht einige dumme Fangfehler geleistet, wäre der Vorsprung vor der Pause noch deutlicher gewesen.

Nach dem Wechsel kam Göppingen bedrohlich nahe. Doch nach dem 19:17 traf Trier sechs Mal in Folge, am Ende gelang den Schwaben nur noch Ergebniskosmetik. Durch den Sieg mit fünf Treffern Differenz und die gleichzeitige 31:37-Niederlage von Celle in Frankfurt/Oder haben sich die Miezen auch in Sachen Tordifferenz wieder ganz nahe (drei Tore Unterschied) an Celle herangepirscht, was bei Punktgleichheit entscheidend sein kann. Doch daran dachte MJC-Vorstand Jürgen Brech am Sonntag überhaupt nicht: "Mir ist heute der Mount Everest vom Herzen gefallen", sagte er.

DJK/MJC Trier: Monz, Vogt (bei einem Siebenmeter) - Egger (3), Nadgornaja (4/1), Thomas (0), Mozgowaia (n.e.), Karsten (1), Vallet (2), Derbach (n.e.), Lennartz (n.e.), Huber (4), Solic (0), Jakubisova (6), Jochin (7/3)

Beste Torschützen Göppingen: Fritz, Dangel (je 4), Schiedsrichter: Immel/Klein (Ratingen) - Zuschauer: 1211

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