Rote Karte, rote Laterne

Die Miezen sind mit sieben Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz wieder Zweitliga-Schlusslicht. Am Sonntag unterlag die MJC mit 19:25 (6:11) gegen Beyeröhde. Knackpunkte waren eine schwache erste Hälfte und Rot gegen Torfrau Jessica Kockler.

Trier. 46 Minuten sind gespielt, die Miezen befinden sich mitten in ihrer Aufholjagd gegen den TV Beyeröhde, haben von 6:11 auf 13:15 verkürzt, die Fans stehen auf ihren Sitzen. Aber dann: Gegenstoß der Gäste über Jennifer Jörgens. Die bis dahin überragende MJC-Torfrau Jessica Kockler eilt aus ihrem Tor, erwischt Jörgens, die sogar noch zum 13:16 trifft. Rot für Kockler, Schock für die Miezen. "Die Regel sagt leider, dass es bei einem Kontakt der Torfrau beim Herauslaufen Rot gibt. Ich habe den Ball leider unterschätzt", sagt Kockler dem TV. Aber für sie war die Rote Karte nicht die Entscheidung in einem Spiel, das die Miezen unbedingt hätten gewinnen müssen: "Knackpunkt war die erste Halbzeit. Wir haben einfach viel zu viele Chancen vergeben."Gleich nach Kocklers Roter Karte handelt sich Hannah Sattler eine Zeitstrafe ein, in doppelter Überzahl setzt sich Beyeröhde ab, beim 20:15 ist ein Spiel entschieden, von dem MJC-Vorstand Jürgen Brech sagt: "Das hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen. Aber wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken." Der Sand ist allerdings tiefer geworden. Nach vier Niederlagen in Folge sind die Miezen wieder Tabellenletzter, haben die rote Laterne von der SG Kirchhof übernommen, die im gleichen Zeitraum drei Siege feierte. "Es wird nun dringend Zeit für Punkte", sagte Trainerin Cristina Cabeza, die zugibt: "Mit einer Angriffsleistung wie Sonntag kann man einfach nicht gewinnen."Wer in 25 Minuten nur vier Tore erzielt und zudem drei Siebenmeter verwirft, muss sich nicht wundern, wenn er verliert. Die Miezen taten sich anfangs extrem schwer gegen die aggressive Deckung des TVB. So kam es, dass Cabeza bereits nach zwölf Minuten ihre Auszeit nahm. Da lagen die Triererinnen bereits 2:7 hinten - und schienen beim 4:10 (25.) bereits komplett auf der Verliererstraße.Einzige Hoffnungsschimmer zur Pause (6:11) waren die Steigerung in der Abwehr und bei Kockler sowie die Tatsache, dass auch Beyeröhde sich zahlreiche Fehler leistete. Grundsätzlich sah das Spiel der Miezen nach dem Seitenwechsel flüssiger und besser aus - aber im Ergebnis spiegelte sich das zunächst nicht wider. Trier vergab einfach zu viele klare Chancen und war zudem schwach in Überzahlsituationen. Obwohl Kockler einen Ball nach dem anderen abwehrte, dauerte es bis zur 45. Minute, ehe der Rückstand nur noch 13:15 betrug. Dann folgten die Rote Karte und die 15. Niederlage im 18. Spiel.DJK/MJC Trier: Kockler, Eckelt - Thomas (3), Sattler, Mohr, Houben (1), Czanik (2), Vallet (2/2), Derbach (2), Müller (6), Weibelova (3/2), Knoroz, Welter